Klimaretter gehen auf die Bäume
Seit Mittwoch halten mehrere UmweltaktivistInnen Bäume im Kelsterbacher Bannwald besetzt, den der Flughafenbetreiber Fraport für den Bau einer neuen Start- und Landebahn roden will. Fraport will noch in diesem Jahr 250 Hektar Mischwald roden, um dort eine vierte Landebahn zu bauen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Bannwald und ein Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.

Die neue Landebahn will Fraport spätestens im Winter 2011 in Betrieb nehmen. Dadurch sollen die Passagierzahlen bis 2020 auf jährlich 90 Millionen Menschen von derzeit 54 Millionen ansteigen. Allein die Passagiermaschinen, die zurzeit von Frankfurt aus zu Internkontinentalflügen starten, verursachen eine Erwärmungswirkung von 86 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das sind 36 Millionen Tonnen mehr als der gesamte Kohlendioxidausstoß der Schweiz. Die Kontinental- und Frachtflüge ab Frankfurt sowie steigende Kapazitäten nach dem Ausbau sind dabei noch gar nicht mitgerechnet. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind so nicht zu erreichen.
Bislang gehört der Wald, der für die Landebahn fallen soll, noch der Stadt Kelsterbach, die sich gegen den Bau der Landebahn ausgesprochen hat. Seit dem 19. Mai verhandelt Fraport über eine „vorzeitige Besitzeinweisung“. Damit soll die Stadt Kelsterbach zum Verkauf gezwungen werden. Fraport könnte dann sofort im Wald tätig werden und Fakten schaffen, obwohl noch Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss laufen. Die BaumbesetzerInnen haben bereits etliche Solidaritätsbekundungen von bekommen. Die Stadt Kelsterbach will die Aktion bis einschließlich Sonntag dulden. Die BaumbesetzerInnen freuen sich gerade angesichts einer drohenden Räumung über zahlreiche UnterstützerInnen vor Ort.
FOTO: FRIEBE und ROBIN WOOD
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