Permafrostschmelze heizt Klimawandel an
Das Abschmelzen der arktischen Permafrostböden trägt durch den Ausstoß großer Mengen Methans zur Erderwärmung bei. Das geht aus einer Studie der Universität Edinburgh hervor, die im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde. Besonders die gefrorenen Sümpfe der Arktis speichern Methan in rauen Mengen. Durch ihr Auftauen seien die arktischen Emissionen des Treibhausgases zwischen 2003 und 2007 um ein Drittel gestiegen. Die Wissenschaftler befürchten einen klimatologischen Teufelskreis.
"Die Studie zeigt, dass selbst geringe Oberflächenerwärmungen die Methanemissionen sprunghaft ansteigen lassen können," sagt Paul Palmer, einer der beteiligten Wissenschaftler, dem britischen Guardian. Zwar habe die Arktis den "Tipping Point", den kritischen Punkt an dem sich die Entwicklungen nicht mehr umkehren lassen, noch nicht überschritten, die Ergebnisse veranschaulichten aber eindeutig die Gefahr, dass höhere Temperaturen auch höhere Emissionen mit sich bringen, so der Forscher weiter. In ihrer Studie untersuchten die Forscher die weltweiten Methankonzentrationen und ihren Effekt auf die Erderwärmung.
Radarbild von Methanseen in der Nähe des Titannordpols (Quelle: Wiki)
Der Anstieg des Treibhausgases entspreche etwa einer Millionen Tonnen jährlich. "Den fünfjährigen Anstieg kann man allerdings noch nicht als langfristigen Trend bezeichnen," sagte Paul Palmer. Dennoch mache sich der zusätzliche Ausstoß seit dem Jahr 2007 global bemerkbar, nachdem er zehn Jahre lang konstant geblieben war.
Die Klimawirkung des Treibhausgases ist etwa 25 mal so hoch wie die von Kohlendioxid. Freigesetzt wird Methan auch bei der Massentierhaltung, dem Reisanbau und bei der Deponierung von Abfällen. Die Studie der Universität Edinburgh fand heraus, dass etwa die Hälfte aller Methanemissionen in den Tropen freigesetzt werden, davon rund 46 Millionen Tonnen im Amazonas und im Congo-Becken. Gleich danach folgt der Reisanbau Südostasiens mit etwa 33 Millionen Tonnen. Bis 2003 betrug der Anteil der Arktis am globalen Methanausstoß lediglich zwei Prozent: Hier sei jedoch die größte Steigerungsrate zu beobachten.
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