James Hansen: Kopenhagen sollte scheitern
Der Nasa-Wissenschaftler James Hansen, einer der bekanntesten Klimaforscher weltweit, wünscht sich ein Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen - im Interesse der Umwelt. Das sich abzeichnende Abkommen, so Hansen in einem Interview mit dem britischen Guardian, schlage einen falschen Weg ein; da sei es besser, wenn gar keines zustande komme und die Welt von vorn anfange.
Streitbarer NASA-Wissenschafter James Hansen. (Foto: NASA)
Hansen ist nicht nur einer der radikalsten Klimaschutz-Experten und scheut sich auch nicht, selbst an politischen Aktionen teilzunehmen. Den Emissionshandel, der ein zentraler Teil des Kyoto-Protokolls und voraussichtlich auch der folgenden Klimaabkommen ist, lehnt er strikt ab: Dieser erlaube es Industrienationen durch einen Ablasshandel, der mit dem der katholischen Kirche im Mittelalter vergleichbar sei, weiterzumachen wie bisher.
In seinem Interview verglich Hansen den Klimawandel mit der Sklaverei und Nationalsozialismus: "Bei so etwas kann man keine Kompromisse eingehen. Man kann nicht sagen: Lasst uns die Sklaverei zurückfahren, lasst uns einen Kompromiss finden und sie um 50 oder 40 Prozent reduzieren. Es gibt keinen politisch Verantwortlichen, der das begreift und sagt, was wirklich vonnöten ist. Stattdessen versuchen wir so weiter zu machen wie bisher."
Eine deutsche Übersetzung des Guardian-Textes gibt es bei der Wochenzeitung Freitag
| < Zurück | Weiter > |
|---|
Die Schlagzeilen
Am meisten gelesen
Meinungen: Kommentar
Linkspartei: Geht doch nach Beeskow!
Die Linkspartei lädt am Wochenende zu einer hochrangig besetzten Konferenz zur Energiewende nach Hamburg ein – während in Brandenburg gegen Braunkohle, CCS und die fossile Politik der Linkspartei demonstriert wird. Ein Kommentar von Hanno Böck.
[mehr...]
Was, bitte, sollen denn diese Aufkleber?
Im Redaktionsalltag gibt es immer wieder Themen und Texte, die uns besonders auffallen. Die brisanter sind als andere. Oder spannender. Oder bewegender. Mit bunten Aufklebern werden unsere Redakteurinnen und Redakteure (und gelegentlich auch Gäste) Sie künftig auf solche Texte hinweisen
Aktion des Monats
Seit drei Monaten sprudelt Öl aus der havarierten Bohrinsel von BP. Nehmen Sie an der Petition von Greenpeace teil, um neue Tiefseebohrungen zu verhindern! [mehr...] |
Aktuelles Dossier
Im August trifft sich die Weltklimadiplomatie zum dritten Mal in diesem Jahr um den nächsten großen Klimagipfel in Mexiko vorzubereiten. Mehr zur Bonner Konferenz hier [mehr...] |
Serie Reihenweise planten Stromkonzerne in Deutschland neue Kohlekraftwerke - doch rund ein Dutzend davon ist bereits verhindert worden. Gibt es Erfolgsrezepte für den Widerstand? [mehr...] | Serie Der etwas andere Blick zur Fußball-WM: Klimaretter.info beleuchtet verschiedene Aspekte der Erderwärmung, die in Afrika sichtbar sind wie auf keinem zweiten Kontinent [mehr...] |
Dosenindustrie: Greenwash-Slogans verschrottet
Mitte Juli haben wir an dieser Stelle über den Versuch der Dosenindustrie berichtet, Getränkebüchsen grün anzumalen – und so deren Wiedereinführung auf dem Markt propagandistisch zu begleiten. Kurz darauf nahm sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) des Themas an. Und erreichte[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Aktuelle Blogs
Klimaretter-Dossiers
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
1. Klimakonferenz 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel Cochbamba - Kopenhagen von unten
Kopenhagen 2009 - Wie der Mega-Gipfel scheiterte
Bundestagswahl - Das Klima war nur Nebensache
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung?















