Klimapiraten stechen in See gen Kopenhagen
Kommenden Samstag sollen in Greifswald zwei Schiffe mit "Klimapiraten" in See stechen und nach Kopenhagen segeln. Mit der klimaneutralen Überfahrt wollen die 50 Aktivisten zum UN-Klimagipfel ein Zeichen setzen und die Politik zu einem entschiedenen Handeln gegen die Erderwärmung auffordern. Die Überfahrt ist der Höhepunkt einer Kampagne, die seit Sommer diesen Jahres in zahlreichen Aktionen für ein verbindliches Abkommen in Kopenhagen getrommelt hat.
"Eigentlich rechne ich ja eher damit, dass die Konferenz in Kopenhagen floppt," sagte Organisatorin Frauke Wiese der taz. Dennoch sei die Aktion es wert: "Allein für die Aufmerksamkeit, die wir für das Klimathema schaffen." Dabei setzt man besonders auf die Inszenierung der Abfahrt in Greifswald – in Kopenhagen rechnen die Aktivisten bei allem Gipfel-Trubel mit weit weniger Beachtung.

Im Zeichen des Jolly Rogers - pünktlich zu Beginn des UN-Klimagipfels wollen die Klimapiraten in Kopenhagen sein (Foto: Screenshot)
Die Klimapiraten möchten den Segeltörn mit einem Seitenhieb auf den dänischen Energieversorger DONG verbinden – deren Niederlassung des Konzerns in Kopenhagen soll belagert werden. Während der Energieversorger nämlich sein grünes Image in Dänemark pflegt, plant er in Lubmin – bei Greifswald – den Bau eines Kohlekraftwerks. "Damit bringen wir die Probleme von zu Hause mit nach Kopenhagen," sagt Frauke Wiese.
Die Klimapiraten sind ein Sammelbecken von etwa 250 im Klimabereich tätigen Aktivisten. Die Kampagne wird getragen vom ASA-Programm der Inwent GmbH und der BUNDjugend. Ihre Forderungen an den Klimagipfel in Kopenhagen sind eine mindestens 40-prozentige Reduktion der Emissionen in den Industriestaaten und ein Technologietransfer von 100 bis 150 Milliarden Euro an die Länder des globalen Südens. In Deutschland engagieren sich die Aktivisten besonders gegen den Ausbau der Kohlekraft.
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