Rinderindustrie für Regenwald-Moratorium
Die vier größten brasilianischen Rinderunternehmen gaben gestern in Sao Paulo bekannt, ab sofort keine Rinder mehr aus neu gerodeten Urwaldgebieten zu beziehen. Die Konzerne JBS-Friboi, Bertin, Marfrig und Minerva verpflichten sich damit zu einem Moratorium auf die weitere Umwandlung von Wald in Weideland. Für eine entsprechende Überwachung müssen sich die Farmer mit ihren Satellitennavigations-Daten registrieren.
Der Amazonas-Regenwald ist eine gewaltige Kohlenstoff-Senke: Nach wissenschaftlichen Schätzungen speichert er 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff - die durch Abholzung und Brandrodung wieder freigesetzt werden.
Als größter Urwaldvernichter im Amazonasgebiet gilt die Rinderzucht. 80 Prozent der abgeholzten Waldflächen werden als Weideland genutzt. Nach dreijähriger Recherche veröffentlichte Greenpeace im Juni 2009 einen Report, der die Zusammenhänge zwischen Rinderzucht und Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes detailliert aufzeigt. Rund 63 Millionen Rinder werden derzeit auf gerodeten Urwaldgebieten gehalten. Druck hatte die Umweltorganisation deshalb auch auf Leder und Fleischabnehmer wie Adidas, Nike und Walmart ausgeübt.
Von Sarah Messina [mehr...]
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