Krumme Tour mit der Abwrackprämie
Die Abwrackprämie entwickelt sich zu einem Debakel für den Rechtsstaat, warnt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Bis zum Jahresende rechnet die Umweltorganisation mit bis zu 100.000 illegal weiterverkauften Autos.
Von wegen: 50.000 mal führte der Weg über die Abwrackprämie bereits zu einem "Recycling" der etwas anderen Art (Foto: Wikipedia)
Nach Angaben des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) wurden bereits etwa 50.000 der offiziell verschrotteten Fahrzeuge weiterverkauft. Fünf bis zehn Prozent der Altwagen seien statt in die Schrottpresse nach Afrika und Osteuropa gelant, so BDK-Vize Wilfried Albishausen.
Bereits Anfang des Jahres hatten DUH und das ARD-Monitor gezeigt, wie leicht es ist einen offiziellen Verwertungs- und Verschrottungsnachweis zu erhalten und das Altfahrzeug trotzdem nach Polen, nach Afrika oder sogar innerhalb Deutschlands zu verkaufen. Die Test-Abwracker konnten Fahrzeuge sogar erneut in Deutschland anmelden und erneut die notwendigen Papiere für die Prämie von 2.500 Euro erhalten.
Die Abwrackprämie wird zwar offziell als „Umweltprämie" bezeichnet: Umweltverbände hatten jedoch scharf kritisiert, dass die Maßnahme im Rahmen der Konjunkturpakete der Bundesregierung an keinerlei ökologische Standards gebunden wurde. Dadurch entstand keine Umweltprämie, sondern ein "weltweit einzigartiges Automobilabsatzförderprogramm", so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: Das Programm sei eine Einladung zum Betrug.
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