Flasbarth wird Chef des Umweltbundesamts
Jochen Flasbarth wird neuer Präsident des Umweltbundesamtes. Die Nachfolge des auf eigenen Wunsch in den Ruhestand verabschiedeten Andreas Troge wurde am Mittwoch vom Kabinett beschlossen.
Flasbarth ist seit Februar 2003 Abteilungsleiter Naturschutz und Nachhaltige Naturnutzung im Bundesumweltministerium. Zuvor war er von 1992 bis 2003 Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Seit Mitte der 80er Jahre ist Flasbarth in verschiedenen Umweltorganisationen ehrenamtlich tätig gewesen - unter anderem als Präsidiumsmitglied des Deutschen Naturschutzringes (DNR), als Gründungsvorstand des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und als Mitorganisator der Deutschen Umwelttage in Würzburg und Frankfurt. Als Aufsichtsratsmitglied des Wuppertal Instituts hat Flasbarth die Forschungsarbeiten zum Klima- und Ressourcenschutz eng begleitet.
Wie das Handelsblatt berichtet, ist die offizielle Entscheidung für die Nachfolge des scheidenden Umweltbundesamts-Chefs Troge überraschend schnell gefallen: Der Vorschlag lag offenbar bereits seit 14 Tagen auf dem Tisch. Angenommen wurde jedoch, dass die Personalie es nicht mehr vor der Bundestagswahl auf die Tagesordnung des Kabinetts schafft.
Der langjährige Chef des Umweltbundesamts Andreas Troge (CDU) war erst kürzlich offziell verabschiedet worden. Zuletzt hatte er den Atomkurs der CDU scharf kritisiert und vor längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke gewarnt. Sein Nachfolger Flasbarth ist wie Troge Volkswirt, wird vom Handelsblatt jedoch als Grünen-nah, von der Zeit als SPD-nah bezeichnet.
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) begrüßte die Ernennung des Umweltbundesamt-Chefs Flasbarth: Es sei ein wichtiges Zeichen einer demokratischen Gesellschaft, "wenn namhafte Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft besondere staatliche Ämter übernehmen", so DNR-Präsident Hubert Weinzierl.
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