Sie schmilzt und schmilzt und schmilzt
Die Temperaturen in der Arktis haben ein Rekordhoch erreicht: Sie lagen im Herbst 2007 fünf Grad über dem langjährigen Mittel, wie aus einer Studie der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanbehörde NOAA hervorgeht.
"Hotspot" des Klimawandels: In der sensiblen Arktisregion zeigen sich die Folgen der Erwärmung besonders schnell und dramatisch
Der Bericht belegt nicht nur überdurchschnittlich hohe Herbsttemperaturen, sondern auch die alarmierende Schmelze der Eismassen im Verlauf des letzten Sommers: Im vergangenen Jahr erreichte sie einen Rekordwert, für dieses Jahr rechnen die Experten mit dem zweihöchsten Wert seit Beginn der Messreihen. Die Eisdecke über Grönland verlor im vergangenen Jahr laut Bericht ein Volumen von 101 Kubikkilometern. Sowohl Meeresoberfläche als auch tiefere Schichten des Ozeans erwärmen sich zunehmends. Die Studie verzeichnet einen Anstieg des Meeresspiegels um ganze 0,25 Zentimeter pro Jahr.
Offenbar beginnt in der Arktis bereits einer der von Experten gefürchteten Rückkopplungseffekt zu wirken: Der Temperaturanstieg ist auch durch den dramatischen Verlust von Meereis bedingt. Eis reflektiert Sonnenlicht - geringere Mengen an Eis haben daher eine Verstärkung der Erwärmung in der Arktisregion zur Folge. Diese Erwärmung von Luft und Ozeanen sorgt dann wiederum für geringere Eismengen im folgenden Jahr. Und so weiter. Seit den 1960er Jahren wird die Erwärmung der Arktis beobachtet. 2007 war insgesamt das bisher wärmste Jahr in der Arktis.
"Die Arktis ist ein besonders sensibles System", sagt James Overland, Ozeanograph der Behörde in Seattle, "hier zeigen sich die Veränderungen am schnellsten und dramatischsten". An dem Arktis-Bericht arbeiteten 46 Wissenschaftlern aus zehn Ländern, er wird seit 2006 jeweils im Oktober herausgegeben.
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