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50 Prozent Erneuerbare Energien bis 2050

Strom aus Wind, Wasser oder Sonne muss der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge bis 2050 die Hälfte des weltweiten Stromverbrauchs decken. Sollten die Folgen des Klimawandel tatsächlich begrenzt werden, müsse der Ausstoß von Kohlendioxid bis dahin halbiert werden, sagte IEA-Chef Tobuo Tanaka am Montag in Berlin. Und er nannte auch einen Finanzrahmen, mit dem diese 50-prozentige Deckung erreicht werden kann: 45 Billionen Dollar müssen aufgewendet werden, was aber nur 1,1 Prozent des Welt-Sozialprodukts sei.

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Erstmals hat die IEA mit ihrem Report „Deploying Renewables: Principles for Effective Policies“ eine Analyse der internationalen Politiken zur  Förderung erneuerbarer Energien vorgelegt. Untersucht wurden 35 Länder, darunter alle OECD-Staaten sowie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Bislang hätten allerdings nur wenige Länder effektive Förderprogramme, obwohl das Potenzial beim Ökostrom groß sei, hieß es in einer IEA-Studie. 

Gelobt wurde Deutschland, das weltweit in der Spitzengruppe sei. Umweltsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD): „Die Studie bestätigt einmal mehr, dass wir in Deutschland mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erfolgreich sind. Dies gilt nicht nur für den Ausbau der Erneuerbaren an sich, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg, den Deutschland mit seiner ökologischen Industriepolitik zu verzeichnen hat.“  Im internationalen Vergleich sei klar festzustellen, dass die durch Einspeisesysteme mit fester Vergütung geschaffene Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen ein stärkerer Anreiz für Investitionen ist als die alleinige Höhe der Tarife. 

Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien, kritisierte allerding die Empfehlungen des IEA-Direktors für den globalen Ausbau Erneuerbarer Energien als ungenügend und wenig greifbar. Scheer: "Der von der IEA in der offiziellen Zusammenfassung der Studie prognostizierte Anteil von 50 % Erneuerbarer Energie an der weltweiten Stromversorgung in 2050 klingt auf den ersten Blick nach einem ambitionierten Ziel. Aber die von der IEA empfohlenen politischen Instrumente sind ungeeignet, den globalen Ausbau Erneuerbarer Energien zu erreichen. Die IEA bekräftigt ihre Vorbehalte gegen das  Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das weltweit das eindeutig erfolgsdynamischste und kostengünstigste Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien ist. Was die IEA als Alternative empfiehlt, ist verschwommen und entspricht den Empfehlungen der Stromkonzerne, die den Ausbau Erneuerbarer Energien bisher stets verhindern oder verlangsamen wollten."

Würden Politikansätze weltweit dem Vorbild des deutschen EEG folgen, wären bis 2050 deutlich mehr als 50 % Anteil Erneuerbarer Energien erreichbar. Wie einseitig die IEA-Stellungnahmen auch in der Vergangenheit waren, zeigt sich auch an der verantwortungslosen Empfehlung der IEA anlässlich des G8 Gipfels im Juli 2008 in Japan, bis zum Jahr 2050 weltweit über 1.000 neue Atomkraftwerke zu bauen. Das würde bedeuten, dass im Laufe der nächsten 40 Jahre alle 15 Tage ein neuer Atomreaktor in Betrieb gehen müsste. Dies ist eine Horrorvision, die außerhalb jeder Realität ist!

Scheer: "Die IEA ist einschlägig dafür bekannt, dass sie das Potenzial der Erneuerbaren Energien unterschätzt und die Probleme konventioneller Energien systematisch kleinredet. So sagte sie 2002 einen weltweiten Windenergieanteil bis zum Jahr 2020 von 100.000 MW voraus. Bereits heute sind es 110.000 MW. Bezüglich der Ölpreise prognostizierte die IEA 2002, dass im Jahr 2008 das Barrel Öl 22 Dollar kosten würde. Tatsächlich sind es im Jahresdurchschnitt 2008 weit über 100 Dollar!"

Die Voreingenommenheit der IEA zugunsten der fossilen Energien und der Atomenergie unterstreiche, wie dringend notwendig die Gründung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) ist. EUROSOLAR und der Weltrat für Erneuerbare Energien fordern dies seit den 80er Jahren. 

FOTO: Reimer 

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