Wassermangel durch Agrosprit
Wasser ist ein kostbares Gut: Wissenschaftler, Wassermanager, Regierungsvertreter und NGO-Aktivisten aus 140 Ländern diskutieren derzeit in Stockholm während der Weltwasserwoche über die Bedrohung der Süßwasser-Reserven durch Verschmutzung, Verschwendung und Klimaveränderungen.
Schon im letzten Jahr warnten die Experten in Stockholm: Es gibt zu wenig Süßwasser, um so viel Agrosprit zu produzieren wie derzeit vorgesehen. Bioenergie werde schon also wegen der mangelnden Wasserresourcen niemals die große Rolle spielen können, die die BefürworterInnen dieses möglichen Erdölersatzes sich von ihr erhoffen, wie die taz berichtete.

Energie oder Essen: die Süßwasser-Ressourcen sind begrenzt
Foto: Reimer
Ohnehin würden in der Landwirtschaft bereits so enorme Mengen an Wasser verwendet, dass viele Flüsse nicht mehr das Meer erreichen. Der Anbau von Pflanzen wie Zuckerrohr, Raps oder Eukalyptus für die gezielte Produktion von Agrosprit würde Schätzungen zufolge ebenso viel Wasser benötigen, wie die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion: 11.000 Milliarden Kubikmeter teures Nass zusätzlich – weltweit seien aber insgesamt nur 14.000 Milliarden Kubikmeter Süßwasser verfügbar.
Dass Wasser als kostbare Ressource stärker wahrgenommen werden sollte, zeigt auch John Anthony Allan vom King’s College in London: Er erhält in dieser Woche den "Internationalen Wasserpreis" für seine Wasserbilanzrechnungen. In einer Tasse Kaffee steckt demnach deutlich mehr teures Nass, als man sehen kann. 140 Liter "virtuelles Wasser" ist der Koffeinschub am Morgen wert– für die Aufzucht der Bohnen, die Verpackung, der Transport und die Herstellung des fertigen Produkts.
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