US-Handelsriese Wal Mart plant co2-Preisschilder
Konzern will Klimaschädlichkeit der jeweiligen Produkte kennzeichnen
Die US-Supermarktkette Wal Mart - wegen schlechter Behandlung ihrer Mitarbeiter regelmäßig in der Kritik - will seine Zulieferer zu klimaschonenderem Handeln bewegen. In einem Pilotprojekt werden vorerst bei 30 Unternehmen die co2-Emissionen ermittelt und Einsparmöglichkeiten gesucht werden; später sollen alle 68.000 Lieferanten einbezogen werden. Unterstützt wird Wal Mart dabei vom britischen "Carbon Disclosure Project".
In der ersten Stufe wird die Klimaschädlichkeit von so verschiedenen Erzeugnissen wie Milch, Bier, Zahnpasta und DVDs ermittelt. "Unser Ziel ist es, die Effizienz unserer Wertschöpfungskette zu erhöhen", begründete Wal Mart-Vize-Chef John Fleming das Pilotprojekt ganz betriebswirtschaftlich. "Kohlendioxid bedeutet Energieverbrauch, und der bedeutet Kosten. Wenn wir den Ausstoß von co2 reduzieren, erreichen wir unser Ziel, den Kunden niedrige Preise zu bieten - und wir haben einen positiven Effekt auf die Umwelt."
Ähnliche Pläne hatte im Frühjahr bereits der britische Handelskonzern Tesco bekanntgegeben. Der Lebensmittelmulti Cadbury Schweppes zeichnet dort bereits Schokoladentafeln, Kimberly Clark Windeln und Toilettenpapier mit co2-Werten aus. Hierzulande ist man noch nicht so weit. Ein Sprecher des Metro-Konzern wird von der "Financial Times Deutschland" mit den Worten zitiert: "Ich bezweifle, dass man da zu einem transparenten Ergebnis kommen kann." Zudem sei der administrative Aufwand extrem hoch, die Werte für etwa 70.000 Produkte in einem Real-Markt zu ermitteln und diese entsprechend zu etikettieren.
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