Klimachef glaubt nicht mehr an Abkommen
Nach Ansicht des scheidenden UN-Klimaschefs Yvo de Boer wird es im nächsten Jahrzehnt keine ausreichenden Ziele für die Minderung von Treibhausgasen geben. Für die UN-Klimaverhandlungen um ein neues internationales Abkommen braucht es demnach vor allem eins: Geduld. Derzeit seien die Industrieländer offenbar nicht zu den nötigen Einschnitten bereit, so de Boer am Montag in Bonn.

Yvo de Boer leitet derzeit die letzte UN-Klimakonferenz seiner Karriere: Er wird zum 1. Juli zurücktreten. (Foto: UNFCCC)
Zu Beginn der zweiten Verhandlungswoche des Frühjahrsgipfels der Weltklimadiplomatie sagte der UN-Klimachef, die bislang vorliegenden Angebote zur Treibhausgas-Reduktion reichten für eine Senkung der Emissionen um etwa 13 bis 14 Prozent: Um die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen seien jedoch 25 bis 40 Prozent nötig. Optimistisch zeigte sich de Boer lediglich für langfristigere Klimaziele: In Kopenhagen hätten sich die Industrieländer bereit gezeigt, ihre Emissionen bis 2050 um 80 Prozent zu mindern, auch Schwellen- und Entwicklungsländer hatten entsprechende Ziele vorgestellt. Zum neuen Klimaabkommen sei es noch "eine lange Reise".
An dieser Reise wird Yvo de Boer jedoch nicht mehr teilnehmen: Er gab nach dem Klimagipfel in Kopenhagen seinen Rücktritt zum 1. Juli bekannt. Seine Nachfolge wird Christiana Figueres aus Costa Rica antreten.
Mehr zur Frühjahrskonferenz in Bonn in unserem Dossier
© wir-klimaretter.de/sam
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