Arktis-Eis auf Jahrtausendtief
Seit Jahren gibt es jeweils zum Ende der arktischen Sommer Schmelzrekorde zu vermelden: 2011 war die Ausdehnung des Meereises am Nordpol fast gleichauf mit dem bisherigen Niedrigststand von 2007. In einem Aufsatz in Nature haben chilenische Forscher gezeigt, dass diese Ereignisse keine kurzfristigen Schwankungen sind, sondern Teil eines historisch beispiellosen Trends. Demnach gab es niemals in den vergangenen 1.450 Jahren so wenig Eis in der Arktis wie heute.
Seit Jahrzehnten auf dem Rückzug: das Meereis der Arktis (Foto: AWI)
Weil es direkte Satellitenmessungen der Eisfläche erst seit einigen Jahrzehnten gibt, zog das Team um Christophe Kinnard vom CEAZA-Forschungszentrum in La Serena für seine Analyse indirekte Klimadaten heran, die beispielsweise aus Lufteinschlüssen in Eisbohrkernen gewonnen wurden. Daraus rekonstruierten die Wissenschaftler die wahrscheinliche Eisausdehnung am Nordpol bis zurück ins Jahr 651. Ergebnis: Dauer und Ausmaß der gegenwärtigen Arktisschmelze sind einmalig in den vergangenen knapp anderthalb Jahrtausenden.
Die Forscher betonen, dass die Unsicherheiten ihrer Methode groß ist, vor allem für Angaben für Aussagen zum Zeitraum vor dem 16. Jahrhundert. Jedoch bestätigt diese Untersuchung die Ergebnisse früherer Studien.
klimaretter.info/alf
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