Chinas Gletscher schrumpfen drastisch
Die Gletscher in den Bergregionen im Südwesten Chinas ziehen sich dramatisch zurück. Zu diesem Ergebnis kommen chinesische Forscher in einem in der Zeitschrift Environmental Research Letters veröffentlichten Artikel. Die Wissenschaftler werteten Daten von 1961 bis 2008 aus, die an 111 Messstationen gesammelt wurden. In sämtlichen der untersuchten Regionen beobachteten sie Erwärmungstrends, die sich auf alle Höhenlagen auswirken.
Immer mehr nackter Fels, die Gletscher in der Region schrumpfen. (Foto: Matthias Jäger/PIXELIO)
"Die Erwärmung der Atmosphäre betrifft nicht nur den Südwesten Chinas", so einer der Wissenschaftler, "sondern zeigt sich auch im Himalaya und in Tibet. Was wir brauchen, sind umfassende Studien, die sowohl Beobachtungen vor Ort auswerten als auch globale und regionale Klimamodellierungen vornehmen und Satellitendaten betrachten."
Von den 999 Gletschern im Pengqu-Becken des Himalaya seien seit 1970 mehr als 130 Quadratkilometer Gletscherfläche verschwunden, so die Studie. Die Wissenschaftler weisen auf die mit der Gletscherschmelze verbundenen Gefahren hin: Überschwemmungen, Erdrutsche und der Verlust von Lebensräumen seien die Folge. Zudem werde die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gefährdet. Erst im September hatte der Weltwasser-Kongress im brasilianischen Porto de Galinhas vor der zunehmenden Trinkwasserknappheit im Himalaya und in den Anden gewarnt.
Der Weltklimarat IPCC war im Januar 2010 in Bedrängnis geraten, weil er im Rahmen des jüngsten Sachstandsberichts zum Klimawandel eine nicht seriöse Prognose zum Abschmelzen der Himalaya-Gletscher veröffentlicht hatte. Bei dem betreffenden Absatz im 938-seitigen Bericht der Working Group II seien die klaren und bewährten Prüfstandards, die dem IPCC-Standard zugrunde liegen, nicht korrekt angewendet worden, so der Klimarat in einer Erklärung damals. Ind er Passage heißt es, die Gletscher des Himalaya könnten mit hoher hoher Wahrscheinlichkeit bereits 2035 vollständig abgeschmolzen sein. Diese Jahreszahl, so berichtete die Sunday Times, sei nicht wissenschaftlich fundiert, sondern beruhe auf einem Text in einem populärwissenschaftlichen Magazin.
klimaretter.info/em
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