CCS-Projekt in Schottland auf Eis
Weiterer Rückschlag für die Kohlendioxid-Verpressung: Der geplante Neubau eines Kohlekraftwerks mit CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) am schottischen Kraftwerksstandort Longannet droht zu scheitern. Wie der Guardian berichtet, reicht die von der Regierung zur Verfügung gestellte Fördersumme von einer Milliarde Pfund (ca. 1,1 Milliarden Euro) vermutlich nicht aus, um das Projekt zu verwirklichen.

Die Regierung im Vereinigten Königreich hatte das Geld für das erste CCS-Kraftwerk in kommerzieller Dimension in Aussicht gestellt. Nachdem Eon seine Pläne für einen Kraftwerksneubau in Kingsnorth im vergangenen Jahr endgültig beerdigt hatte, blieb Longannet - Gemeinschaftsprojekt von Scottish Power, Shell und der Netzbetreibergesellschaft National Grid - als einziger Bewerber um die Geldsumme übrig.
Das Betreiberkonsortium hat nach Angaben des Guardian in einer internen Studie festgestellt, dass die Verwirklichung des Projekts weit mehr Geld als bislang geplant verschlingen würde. Doch die britische Regierung ist in Zeiten knapper Kassen anscheinend nicht bereit, noch mehr Gelder für den Bau auszugeben.
Bedauern über das Scheitern des Kohlekraftwerksbaus äußerte der WWF: "Wenn das Vereinigte Königreich wirklich führend in der Entwicklung dieser Technologie werden möchte, wie viele Politiker angekündigt haben, dann hoffen wir, dass alle beteiligten einen Weg finden, dieses Projekt zu verwirklichen", erklärte Richard Dixon, Direktor der schottischen Sektion des WWF.
klimaretter.info/hb
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