Arktis in 20 Jahren eisfrei
Das Nationale Schnee- und Eis-Datenzentrum der USA (NSIDC) befürchtet, dass die Arktis bereits im Jahr 2030 eisfrei sein könnte. Zum Vergleich: Der Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) nahm bisher an, dass das Eis in der Arktis erst 2070 komplett geschmolzen sein würde.

Zukunftsszenarios könnten schneller Wirklichkeit werden, als uns lieb ist. (Foto: UN Photo)
Satellitenaufnahmen des NSIDC in Colorado zeigen darüber hinaus, dass die Eisdecke Ende Juni 2011 den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Messungen erreicht hat. Allein im Juni schrumpfte die Eisfläche um 80.800 Quadratkilometer. Die Zahlen haben damit die durchschnittlichen Schmelzrekorde für den Monat Juni zwischen den Jahren 1979 und 2000 um 50 Prozent überschritten, teilt das NSIDC mit. Nur im Juni vergangenen Jahres wurde eine rapidere Eisschmelze gemessen.
Die Monate März und September gelten bei den Messungen im arktischen Ozean als zentrale Eckpunkte. Während die Eisdecke im März ihr Maximum erreicht, weist der September den jeweils tiefsten Stand auf. Das absolute Jahrestief gab es bisher im September 2007. Am 30. Juni 2011 erreichte das arktische Meereis ein Ausmaß von 9,54 Millionen Quadratkilometern. Das sind 375.000 Quadratkilometer weniger als Ende Juni 2007 gemessen wurden.
Mark Serreze, Leiter des NSIDC, bezeichnet den Rückgang des Polareises sowie die stetige Abnahme der Dicke des Eises als "allumfassende Abwärtsspirale". Mit stetigen Aufs und Abs müsse in Zukunft gerechnet werden. "Lineare Veränderungen sind äußerst unwahrscheinlich", so Serreze. Auch Computersimulationen der Nasa ergaben, dass sich die Schmelze des arktischen Polareis nicht geradlinig fortsetzen wird. Eine Serie abrupter Schollenabbrüche wie sie beispielsweise 2007 vorkam, sei mit abnehmender Eisdicke und Umfang auch erneut zu erwarten. Verglichen mit Werten von 1950 ist mehr als die Hälfte des Eises am Nordpol bereits abgetragen worden.
klimaretter.info/kege
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