Australiens "kritische Dekade"
Die Klimawandel-Kommission der australischen Regierung warnt in einem Bericht über den aktuellen Stand der Klimaforschung davor, untätig zu bleiben und Klimaschutzmaßnahmen auf die lange Bank zu schieben. In den letzten 50 Jahren habe sich die Zahl extremer Hitzetage bereits mehr als verdoppelt, warnt der Bericht "The Crititical Decade". Damit einher ginge auch ein gestiegenes Risiko für Hitzewellen und damit verbundene Todesfälle. "Nie waren die Risiken klarer und ein Eingreifen dringender", sagt der Studien-Leitautor Steffen Will von der Australian National University. "Die Erdoberfläche erwärmt sich rapide und bereits heute können wir die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen in Australien sehen".

Das Great Barrier Reef in Australien. (Foto: Nasa)
"Das ist die kritische Dekade", schließt der Bericht des Klimawandel-Komitees. Ohne ambitionierten Klimaschutz seien Wohlstand, Gesundheit, Stabilität der australischen Gesellschaft gefährdet. Durch den prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels um weitere 20 Zentimeter bis 2050 würde sich das Risiko von Überflutungen entlang der Küste verdoppeln. Auch das Great Barrier Reef sei massiv gefährdet, warnen die Experten: Allein in den letzten 31 Jahren habe es neun Vorfälle von Korallenbleiche gegeben.
Australiens Premierministerin Julia Gillard hatte das Klimawandel-Komitee mit Mitgliedern aus Labor-Partei, Grünen und unabhängigen Abgeordneten 2010 einberufen. Aufgabe des Gremiums ist es auch, zu beraten, auf welchem Weg ein Preis für Kohlendioxid verwirklicht werden soll. Die Einführung eines Emissionshandelssystems war schon unter Gillards Vorgänger Kevin Rudd durch den großen Widerstand der Opposition wiederholt verschoben worden, derzeit wird in Australien heftig um eine geplante Kohlendioxid-Steuer gestritten - eine für Wirtschaft und Arbeitsplätze "toxische" Idee, geht es nach Oppositionsführer und Klimaskeptiker Tony Abbott.
klimaretter.info/sam
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