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Arktisches Methan treibt Versauerung an

Das Abtauen von Methanhydraten im arktischen Meeresboden treibt vor allem in unteren Meeresschichten die Ozeanversauerung an. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" in der aktuellen Ausgabe der Geophysical Research Letters. Genau diese Schichten hielten Biologen und Meereschemiker bisher für am wenigsten von der Ozeanversauerung betroffen. "Ältere Studien hatten nur das Kohlendioxid aus der Atmosphäre im Blick, das über die Meeresoberfläche aufgenommen wird", sagt Studienautorin Tina Treude vom IFM-Geomar. Man sei deshalb davon ausgegangen, dass vor allem die oberen Meeresschichten versauern. "Für die Arktis haben wir jetzt nachgewiesen, dass auch die bodennahen Bereiche gefährdet sind."


Ein Stück Gashydrat nach der Bergung aus etwa 800 Metern Wassertiefe. (Peter Linke/IFM-Geomar)

Im Meeresboden sind große Mengen Methanhydrat als Eis eingelagert. Durch die Erderwärmung drohen diese "aufzutauen" - das freiwerdende Treibhausgas Methan kann so in die Atmosphäre gelangen und den Klimawandel zusätzlich verstärken. Anhand von Computermodellen haben die Forscher nun "bedingte Entwarnung" gegeben: In den nächsten 100 Jahren droht demnach keine zusätzliche Gefahr für das Klima durch erhöhte Methanaustritte. Das ist aber kein Grund, sich zurückzulehnen: "Die Gashydrate lösen sich mit einer zeitlichen Verzögerung auf, so dass eher in zwei- bis dreihundert Jahren mit Folgen zu rechnen ist", sagt Studienautor Arne Biastoch vom IFM-Geomar.

Diese Langzeitwirkungen müssten zwar in der Diskussion über Klimaveränderungen einbezogen werden. "Das andere CO2-Problem", die Ozeanversauerung, bereitet den Forschern jedoch größere Sorgen. Durch die Aufnahme von Kohlendioxid oder Methan sinkt der pH-Wert des Wassers – in der Folge können Korallen, Muscheln, Schnecken oder Plankton ihre Kalkschalen nicht mehr wie bisher aufbauen. Dieses Phänomen wird den Wissenschaftlern zufolge bereits durch eine geringe Schmelze von Methanhydraten beschleunigt. Ein Teil des frei werdenden Klimagases wird der Studie zufolge durch mikrobiellen Abbau den pH-Wert des Meerwassers vor allem in den unteren Wasserschichten verringern.

Lesetipp: Mehr zum arktischen Methan - Die Zeitbombe tickt lauter.

klimaretter.info/sam

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