Enormes Potenzial der Mangroven
Mangroven-Wälder sind größere Kohlenstoffspeicher als bislang angenommen. Die an das Gezeitensystem der Ozeane angepassten Lebenssysteme machen zwar nicht einmal ein Prozent der tropischen Wälder aus. Nach Auswertung amerikanischer Wissenschaftler ist ihre Zerstörung aber für zehn Prozent der globalen Emissionen verantwortlich, die auf das Konto der Entwaldung gehen. Wie die Experten in der Zeitschrift Nature Geoscience schrieben, würden die Salzpflanzen jährlich bis zu 120 Millionen Tonnen Kohlenstoff aufnehmen.

Hier noch intakt: Mangroven in Thailands Südosten. (Foto: Reimer)
Die Forscher um Daniel Donato vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium untersuchten 25 Mangrovenwälder im indopazifischen Raum auf ihren Kohlenstoffgehalt. Die größte Kohlenstoffdichte ermittelten sie dabei im Boden: 46 bis 98 Prozent des Kohlenstoffs fanden sie in den mittleren Schichten des Mangroven-Bodens - zwischen einem halben und drei Metern Tiefe. Die Mangroven wandeln Kohlendioxid über die Photosynthese in organisches Material um, das sich zum Teil als Humus im Boden ablagert. Die Wälder sind ausgesprochen artenreich und bieten außerdem Schutz gegen Küstenerosionen und vor Flutwellen.
Entsprechend groß sind die Folgen der Zerstörung: In den letzten fünfzig Jahren ging der Bestand der tropischen Küstenwälder um 30 bis 50 Prozent zurück - und damit wurde auch das einst gebundene Kohlendioxid aus dem Boden zu großen Teilen wieder frei. Im Umkreis von Thailands Hauptstadt Bangkok etwa, wo die gesamten Mangroven in Produktionsfelder für "seafood" umgewandelt wurden. Die Forscher fordern deshalb, den Schutz der Mangroven stärker ins politische Bewusstsein zu rücken.
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