Mönche helfen Klimatologen
500 Jahre alte Aufzeichnungen von Mönchen geben Aufschluss über den Klimawandel. Mithilfe der Daten haben Wissenschaftler Klimamodelle erstellt, die nun auch die künftige Klimaentwicklung erfassbar machen sollen. Die Ergebnisse der Untersuchungen publizierten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Geoscience.

Mönche haben detailliert über das tägliche Leben und die Wetter-Bedingungen Buch geführt. Die Daten helfen heute Klimatologen. (Bild: Scriptorium Monk at Work)
Mönche haben in ihren Tagebüchern genau aufgeschrieben, wie die Ernten verliefen, ob die Sommer heiß oder kalt waren und wie die Temperaturen im Winter waren. Diese Daten haben Wissenschaftler unter der Leitung von Gabrielle Hegerl an der Universität von Edinburgh ausgewertet und mit Computersimulationen vergangener klimatischer Bedingungen verglichen. Da die Daten ziemlich genau übereinstimmen, haben die Forscher die Aufzeichnungen der Mönche als Grundlage genommen, um Klimamodelle zu erstellen, die auch für die künftige Temperaturentwicklung gelten könnten.
"Die 500 Jahre alten Aufzeichnungen sind noch sehr spärlich, aber die Einträge der vergangenen 300 Jahren sind dagegen sehr detailliert", sagte Hegerl. Ab dem Jahr 1675 seien die Aufzeichnungen besonders nützlich.
Der an der Studie beteiligte Gießener Wissenschaftler Jürg Luterbacher hat ebenfalls im Januar Ergebnisse einer Untersuchung im Fachmagazin Science veröffentlicht. Anhand von Jahresringen von Bäumen konnte ein internationales Team von Archäologen, Geographen, Historikern und Klimatologen den Niederschlag und die Temperatur der vergangenen 2.500 Jahre in Mitteleuropa rekonstruieren. Demnach waren die Sommer des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts als außergewöhnlich warm.
klimaretter.info/jot
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