Kein Patentrezept für Biomasse
Bis zu 20 Prozent des weltweiten Energiebedarfs könnten bis 2050 durch Energie aus Pflanzen gedeckt werden.Das ist as Ergebnis einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Der Preis für diesesMege "Agroenergie" wäre jedoch eine deutliche Ausweitung der Anbauflächen zu Lasten der Natur, zeigt die Studie, die in der Fachzeitschrift "Global Change Biology – Bioenergy" erschienen ist. Problematisch könnte das auch für die Wasserversorgung werden.

Mögliche Verteilung von Biomasse-Plantagen unter strikter Einhaltung eines Vorrangs von Flächen zur Nahrungsmittelerzeugung und der Einhaltung moderater Umweltschutzkriterien. (Foto: PIK)
Für ihre Studie haben die Forscher jene Felder und Weiden abgezogen, die für die Erzeugung von Lebensmitteln einer wachsenden Erdbevölkerung notwendig sind. Ebenfalls nicht mit einberechnet wurden Gebiete unberührter Wildnis oder hoher Artenvielfalt sowie Wälder und Moore, die besonders große Mengen des Treibhausgase Kohlendioxid binden. Das Ergebnis der Simulation: 20 Prozent sind machbar, die vom Menschen genutzte Landfläche würde sich je nach Szenario um zehn bis dreißig Prozent gegenüber dem heutigen Wert vergrößern. Größ´tes Problem: Die nötige Bewässerung könnte sich im Extremfall verdoppeln.
"Zahlreiche Studien zeigen, dass ohne Energie aus Biomasse ambitionierte Klimaschutzziele kaum erreichbar sind", sagt PIK-Forschungsbereichsleiter Wolfgang Lucht. Die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels erfordere fast unvermeidbar einen Anteil von 20 Prozent Agroenergie. "Wieviel Energie zu welchen Umweltkosten erzeugt werden kann, ist daher eine wichtige und immer noch strittige Frage." Vor allem beim Potenzial schnell wachsender Pflanzen werde "vielfach zu optimistisch" gerechnet und drohende Umweltkosten vernachlässigt. Auch der wachsende Nahrungsbedarf und drohende Wasserknappheit durch intensive Landwirtschaft würde oft nicht ausreichend berücksichtigt.
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