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1,5 Grad Erderwärmung noch zu viel

Ein globaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad hätte gravierende Folgen für die Erde und die künftigen Generationen. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) führen dies insbesondere auf neue Erkenntnisse der Ozean-Forschung zurück: Weltmeere speichern höhere Temperaturen weit länger als bisher gedacht. Grund ist die Störung des normalen Wärmeaustauschs.


Bei 1,5 Grad Erderwärmung würde der Meeresspiegel im Schnitt um 30 Zentimeter bis 2250 steigen. Machen wir weiter wie bisher, steigt der Meeresspiegel bis 2500 um 200 Zentimeter. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

Jacob Schewe, Anders Levermann und Malte Meinshausen schreiben in einem Artikel für die Fachzeitschrift Earth System Dynamics, dass bei einer Abkühlung der obersten Wasserschichten Wärme in tieferen Wasserschichten gefangen gehalten wird. Daraus schließen die Forscher, dass selbst, wenn es gelingen sollte, den Planeten wieder abzukühlen, indem man Kohlendioxid aus der Atmosphäre extrahiert, diese Abkühlung rund zehnmal länger dauern würde als zuvor das Aufheizen durch Treibhausgase. Der globale Meeresspiegel würde dadurch trotz der Abkühlung der Erdoberfläche allein durch die thermische Ausdehnung der Wassermassen noch für weitere 200 Jahre ansteigen.

Die internationale Klimadiplomatie streitet aktuell über die Frage, ob und wie ein Ansteigen von zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter aufgehalten werden könnte. Mit den bisherigen Zusagen der Staaten zu mehr Klimaschutz kann nicht einmal dieses Ziel eingehalten werden: Die Menschheit steuert auf eine Erwärmung von drei bis vier Grad zu.

"Die gute Nachricht ist, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf rund 1,5 Grad tatsächlich erreichbar ist, wenn die Emissionen ab dem Jahr 2015 sinken und ab 2070 sogar CO2 wieder aus der Atmosphäre herausgeholt wird", sagte Schewe.

klimaretter.info/jot

Lesen Sie auch unsere Zwei-Grad-Debattenserie und unsere Serie Das Meer steigt.

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