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Den Menschen ins Boot holen

Führende Klimaforscher machen sich für eine "Neugewichtung des Faktor Mensch" in der Klimawissenschaft stark: In einem Aufruf in der Fachzeitschrift Science fordern die Wissenschaftler aus Deutschland, den USA, Frankreich, Südafrika, Schweden und Kanada eine bessere Balance zwischen Naturwissenschaften, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Vorgänge. "Die Forschung muss besser verstehen, wie die Menschen auf Umweltveränderungen reagieren", sagt Mitverfasser Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).


Über das schmelzende Arktiseis hat die Klimawissenschaft immer mehr Erkenntnisse. Über gesellschaftliche und kulturelle Folgen für den Menschen dagegen noch nicht, kritisieren die Forscher. (Foto: NSIDC)

Wähend in der Klimawissenschaft und im Verständnis der Erdsysteme immense Fortschritte gemacht wurden, seien die erforderlichen Konsequenzen für das Verhalten des Menschen noch nicht ausreichend in der Forschung verankert, heißt es sinngemäß in dem Aufruf. Die Wissenschaftler wenden sich deshalb direkt an Entscheider in Politik und Wirtschaft und fordern neben der Verbesserung von Vorhersagen zukünftiger Umweltbedingungen auch den Ausbau globaler Beobachtungssysteme, die Untersuchung des Umgangs mit zerstörerischen Umweltveränderungen und die der dadurch erforderlichen Veränderungen von Wirtschaft und Einzelpersonen in Richtung Nachhaltigkeit. Erforscht werden muss den Wissenschaftlern zufolge auch, wie sich am besten Anreize setzen lassen, um technologische, politische und gesellschaftliche Innovationen weiter anzutreiben.

Die Forscher sprechen sich dafür aus, in Natur- und Gesellschaftswissenschaften global und über Fächergrenzen hinweg zusammenzuarbeiten und fordern ein "Jahrzehnt fokussierter Forschung, die nachhaltiger Entwicklung im Kontext globaler Umweltveränderungen dient". Der Aufruf wurde unter anderem vom Nobelpreisträger für Chemie und amtierende Präsident des Internationalen Wissenschaftsrats Yuan Tseh Lee und Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom mitverfasst.

klimaretter.info/sam

 

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