Arktische Gletscher werden weichgespült
Subtropisches Wasser lässt arktische Gletscher schneller schmelzen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass warmes Wasser aus subtropischen Regionen ununterbrochen in arktische Fjorde eindringt. Mit Messbojen haben die Forscher die Meeresströmungen bei Grönland ein Jahr lang beobachtet und dabei Veränderungen der Strömungen festgestellt. Die führen sie auf den Klimawandel zurück.

Forscher sammeln Messbojen an der Arktis ein - die Daten zeigen, dass subtropisches Wasser in die Fjorde eindringt. (Foto: Maarten van Rouveroy/Greenpeace)
"Jeder Eisberg, der hier ins Wasser fällt, wirkt sich direkt auf den Meeresspiegel aus", sagte Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. Die Umweltorganisation unterstützt die Forschungsarbeiten der Wissenschaftler Gordon Hamilton von der University of Maine und Fiamma Straneo vom Woods Hole Oceanographic Institute. "Bei den schmelzenden Gletschern handelt es sich um Eis, das größtenteils auf dem Land liegt. Wenn es schmilzt und ins Meer fließt, steigt daher die Wassermenge in den Ozeanen", so Iris Menn weiter. Bisherige Prognosen zum Meeresspiegelanstieg des Weltklimarats berücksichtigen den Effekt von Meeresströmungen auf die Gletscherschmelze noch nicht.
Wissenschaftler der University of California Irving, der University of British Columbia und der Nasa haben ähnliche Berechnungen angestellt. Sie stellten dabei fest, dass die Gletscher Grönlands unter der Wasseroberfläche 100mal schneller schmelzen als an Land. Sie gehen davon aus, dass die Gletscherschmelze unter Wasser nicht nur eine wichtige, sondern die entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung des Gletschwerschwunds spielen wird.
klimaretter.info/jot
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