Polarstern geht auf Arktis-Forschungsreise
Das Forschungsschiff Polarstern bricht am Donnerstag zu seiner 25. Arktisexpedition auf, bei der über 120 Wissenschaftler Umfang und Konsequenzen des Klimawandels untersuchen werden. Vom Starthafen Bremerhaven aus geht die viermonatige Forschungsreise über Grönland nach Spitzbergen, um vor Kanadas Küste abschließende Untersuchungen durchzuführen.
Noch braucht es ihre Eisbrecher-Qualitäten: Die Polarstern im Eismeer. (Foto: Margarete Pauls, AWI)
Fahrtleiter Gereon Budéus erklärte, dass die Messungen auf dem ersten Fahrtabschnitt einen wichtigen Mosaikstein für Langzeitmessungen seien. Er ist Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), das seit über zehn Jahren Messungen in der grönländischen See vornimmt. Insbesondere würden Meeresströmungen, deren Veränderungen und die Auswirkungen auf Plankton – kleinste Tiere und Algen - untersucht.
Beim zweiten Schwerpunkt der Reise werden die Wissenschaftler vor Spitzbergens Kontinentalhang Halt machen. Im sogenannten Hausgarten, ein Langzeitlaboratorium in der Tiefsee, werden in Meerestiefen von bis zu 5.000 Metern Messungen durchgeführt. Sie lassen Rückschlüsse unter anderem darauf zu, wie die marinen Ökosysteme auf den Rückgang des Meereises und der damit verbundenen Veränderungen der Meeresströmungen reagieren.
Mit Hilfe einer sogenannten CTD-Rosette nehmen Ozeanographen Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen; sie misst Leitfähigkeit, Temperatur und Dichte des Wassers. (Foto: AWI)
Abschließend schifft die Polarstern in die Baffin Bay zwischen Kanada und Grönland. Unter der Leitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) untersuchen die Experten die geologischen Strukturen und die tektonische Entwicklung der Kontinentränder. Diese zunächst erdgeschichtliche Betrachtung der geologischen Verhältnisse ist wichtig für das Verständnis, wie sich Meeresströmungen im Zeitalter des Klimawandels verändern könnten.
Die Polarstern ist seit 1982 "im Dienst der Wissenschaft" und hat seitdem über 30 Expeditionen in den Polarmeeren abgeschlossen.
© wir-klimaretter.de/sima
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