EU zeigt Permafrost in neuem Atlas
Mit einem neuen Permafrost-Atlas will die EU-Kommission die Bedeutung der Böden in den nördlichen Erdregionen für den Klimawandel hervorheben: 1,7 Billionen Tonnen organischer Kohlenstoff lagern in den Dauerfrostböden des Nordens. Steht der Fokus der öffentlichen Wahrnehmung bisher vor allem auf dem Abschmelzen der Eismassen in der Arktis, soll der Atlas zeigen, dass durch das Tauen der Permafrostböden immense Mengen an Treibhausgasen freigesetzt würden.

In den Dauerfrostböden sind große Mengen von Kohlenstoff gespeichert. (Foto: Charles Tarnocai)
Drei Jahre lang haben zahlreiche EU-Länder, Norwegen, Island, Grönland, Kanada, die USA und Russland an der gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission (GTF) zusammengearbeitet: Ergebnis ist ein 144-seitiger Atlas, der als umfassende Datenquelle Wissenschaftlern und Politikern Aufschluss über mögliche Rückkopplungseffekte auf die globale Erwärmung geben und bei der Entwicklung politischer Maßnahmen zum Schutz der arktischen Kohlenstoffsenken geben soll.
Auch Lehrer und die breite Öffentlichkeit sollen mit dem Permafrost-Überblick angesprochen werden: "Der Atlas soll zeigen, wie sich der Klimawandel auf Permafrostböden auswirken kann und welche wichtige Rolle diese für das Weltklima und Kohlenstoffkreisläufe spielen", sagt EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn.
Der im Boden gespeicherte organische Kohlenstoff ist das größte Kohlenstoffreservoir der Erde. Permafrostböden gehören dabei zu den bedeutendsten Kohlenstoffsenken - und verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit, so die EU-Kommission. Zum Vergleich wird die Kühltruhe herangezogen: Zieht man hier den Stecker, steigen die Temperaturen und organische Materie beginnt sich zu zersetzen. Ähnlich verhält es sich mit tauenden Permafrostböden: Im Zersetzungsprozess werden Kohlendioxid und Methan freigesetzt. Tauende Permafrostböden gehören zu den so genannten Kipp-Elementen oder "tipping points" des Klimas. Werden diese Schwellen überschritten, heizt sich der Klimawandel auch ohne weiteres menschliches Zutun unaufhaltbar weiter an.
Mehr zum Permafrost-Atlas HIER
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