De Boer stellt sich hinter den Weltklimarat
UN-Klimasekretariataschef Yvo de Boer hat sich nach der Himalaya-Panne hinter den Weltklimarat gestellt. Der Fehler bei der Prognose zum Abschmelzen der Gletscher im Himalaya sei bedauerlich, stelle aber die Erkenntnisse zum Klimawandel nicht in Frage. Die wissenschaftliche Basis des Sachstandsbericht bleibe "robust“, so de Boer nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Weltklimarat hatte in der vergangenen Woche einräumen müssen, dass eine Himalaya-Prognose im 938-seitigen zweiten Teil des Sachstandsberichts nur auf Schätzungen beruht. In der Passage heißt es, die Gletscher könnten bereits 2035 vollständig verschwunden sein. Weder in der Zusammenfassung für Politiker noch im 52-seitigen Synthesis Report des Weltklimarats kommt die betreffende Aussage vor.
Für die Glaubwürdigkeit des IPCC ein tiefer Schlag, der Diskussionen um Reformen und Rücktrittsforderungen an den Vorsitzenden Rajendra Pachauri zur Folge hatte. Pachauri war nach der Panne scharf kritisiert worden, hatte jedoch abgewehrt, er könne nicht persönlich "für jedes Wort" in einem insgesamt fast 3.000-seiten starken Bericht verantwortlich gemacht werden. Einen Rücktritt schloss er aus. "Hohe Bäume bekommen viel Wind ab", verteidigte auch de Boer den Vorsitzenden des Weltklimarats. Pachauri sei "ein solcher hoher Baum".
Der IPCC ist ein internationales Wissenschaftlergremium mit der Aufgabe, den Kenntnisstand der Klimaforschung zusammenzutragen. 2007 wurde der jüngste umfassende Bericht erstellt, an dem rund 2.500 Autoren mitgewirkt haben. 2008 erhielt der Weltklimarat für seine Arbeit den Friedensnobelpreis.
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