PIK: Klimawandel legt Sachsen-Anhalt trocken
Der Klimawandel wird in Sachsen-Anhalt für trockenere, heißere Sommer und mildere Winter sorgen. Während in der regulären Landwirtschaft zunehmende Missernten zu befürchten seien, dürfen sich die Weinbauern auf bessere Bedingungen freuen. Dies geht aus einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hervor, die am Mittwoch Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens überreicht wurde.
"Unabhängig von allen Bemühungen, die Klimaerwärmung durch die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen zu bremsen, ist ein Temperaturanstieg unvermeidbar und auch jetzt schon festzustellen," sagte Aeikens. Man müsse sich jetzt auf eine künftig schlechtere Verfügbarkeit von Wasser und schlechtere Bedingungen für die Landwirtschaft einstellen.

Mögliche Änderungen der Grundwasserneubildung [in Millimetern pro Jahr] im Jahr 2085 gegenüber dem Zeitraum 1961 bis 1990 im Elbe-Einzugsgebiet (links) und Sachsen-Anhalt. (Alle Bilder: PIK)
Die Studie prognostiziert für weite Teile des Landes niedrigere Niederschlagsmengen - Ausnahme ist der Harz. Hier könnten allerdings vermehrt Stürme und starke Regenfälle Schäden anrichten. Die veränderte Wasserverfügbarkeit erfordere ein nachhaltiges Management, sagte Jürgen Kropp, der Leiter der Studie. Doch nicht alle Bereiche schneiden schlecht ab.
Bis 2070 könnte sich der Waldbestand aufgrund längerer Wachstumsphasen positiv entwickeln. Der zunehmende Wasserstress könnte dann allerdings seinen Tribut fordern. Positive Nachrichten auch für Sachsen-Anhalts Weinbauern: Aufgrund besserer Anbaubedingungen stellt ihnen die Studie die Erweiterung ihres Sortiments um Sauvignon blanc in Aussicht.

Weinanbaugebiet in Sachsen-Anhalt. Bald auch bekannt für seinen Sauvignon blanc?
Untersucht wurden mögliche Auswirkungen der Erderwärmung auf verschiedene Regionen und Wirtschaftsbereiche des Bundeslandes. Mögliche Szenarien für 2025, 2055 und 2085 wurden mit dem Referenzzeitraum 1961 bis 1990 abgeglichen - und Konsequenzen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz gezogen. Das Land bereite sich auf die Klimaerwärmung vor, versicherte Aeikens. "Die Ergebnisse der Vulnerabilitätsstudie werden nun in die Entwürfe von Anpassungsstrategie und Aktionsplaneingearbeitet."
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