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Forscher: Falsche Sicherheit mit Zwei-Grad-Ziel

Forscher zweifeln an, ob sich der gefährliche Klimawandel aufhalten lässt - selbst wenn es der Menschheit gelingt, die oft kommunizierte Klimagrenze von zwei Grad Erwärmung nicht zu überschreiten. Dies war Ergebnis der Konferenz "Changing Earth – Klima im System Erde 09" Alfred-Wegener-Institut (AWI), des Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) am Montag und Dienstag dieser Woche. Der Klimawandel habe auch Ursachen, die bislang noch nicht ausreichend erforscht seien.

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Hier wird bald kein Eisbrecher mehr nötig sein - Arktisches Eis

Die Forscher betonen, dass weder die Einflüsse des Menschen auf das Klimasystem noch die Notwendig des Gegensteuerns in Frage stehe. Strittig sei dagegen, ob das selbstgesteckte Ziel von zwei Grad Celsius nicht "eine falsche Sicherheit vorgaukele". Das Klimasystem sei äußerst komplex und so genannte "Kipppunkte", die plötzliche unaufhaltbare Veränderungen auslösen, seien schwer vorhersehbar. Auch Faktoren wie Methan-Emissionen aus tauenden Permafrostböden würden derzeit noch kaum einkalkuliert.

Hintergrund für die Vermutungen waren Überlegungen zum Schmelzen der Arktis, die weit schneller verlaufe als erwartet. Die kürzlich erschienene Catlin-Arctic-Survey stellte einen massiven Rückgang des Polareises fest - bis 2019 könnten hier im Sommer schon Schiffe fahren. Als mögliche Perspektive und Referenzzeitraum für die derzeitige Klimaerwärmung nennen Forscher das Pliozän, das vor ungefähr 5 Millionen Jahren begann und mehr als 2 Millionen Jahre dauerte. Damals war es um 3 Grad wärmer und die Arktis eisfrei. Der Meeresspiegel damals war etwa um 25 Meter höher.

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