Neue Rekordwirkungsgrade bei Solarzellen
Es gibt wieder Erfolgsmeldungen aus der Solarbranche: Der Solarzellenproduzent Q-Cells hat nach eigenen Angaben ein Modul entwickelt, das einen Wirkungsgrad von 15,9 Prozent hat. "Für Zellen, die nach industrieüblichen Standards in der Massenproduktion gefertigt wurden, bedeutet das Weltrekord", heißt es beim Unternehmen. Entwickelt wurde das Modul im ostdeutschen Thalheim. 
Endlich mal wieder gute Nachrichten vom Solarunternehmen Q-Cells. (Foto: Q-Cells)
Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet, dass mehr Energie pro Fläche gewonnen werden kann. Für Abnehmer ist dies ein wesentliches Kriterium beim Kauf. Die Fortschritte in diesem Bereich kommen Q-Cells daher gerade recht, denn die deutsche Solarindustrie steckt in einer Krise - insbesondere Q-Cells hatte im zweiten Quartal diesen Jahres mit deutlichen Umsatzeinbußen zu kämpfen. Die Solarwirtschaft verbreitet zwar gute Stimmung, doch insbesondere die Billigkonkurrenz aus dem Ausland macht der Branche zu schaffen. Unlängst haben die deutschen Firmen Conenergy und Solarworld protektionistische Maßnahmen gefordert.
Jetzt ist Q-Cells vielleicht auch ohne staatliche Hilfen wettbewerbsfähig. Schon im nächsten Jahr soll das neu entwickelte Modul auf dem Markt sein, bis dahin soll der Wirkungsgrad noch einmal gesteigert werden. "Die jetzt erzielten Wirkungsgrade sind erst der Anfang", sagt Anton Milner, Vorstandsvorsitzender von Q-Cells. "Vor allem gegenüber Herstellern aus Niedriglohnländern mit hoch standardisiertem Equipment verbessern wir damit unsere Wettbewerbsfähigkeit."
Bald Wirkungsgrade über 20 Prozent
Getestet und zertifiziert wurde das 249-Watt-Modul von Q-Cells bereits vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg. Das Institut forscht jedoch auch selbst an noch leistungsfähigeren Zellen mit Wirkungsgraden von über 20 Prozent. Dazu setzen die Wissenschaftler auf Silicium-Solarzellen auf n-Typ-Basis. "Die meisten kommerziellen Silicium-Solarzellen haben heutzutage eine p-Typ Basis", sagt Martin Hermle, Leiter des Forscherteams. Der Unterschied? Die Zellen bestehen aus zwei unterschiedlich dicken Bereichen. Ist die Leitfähigkeit des dickeren Bereichs im Vergleich zum anderen negativ, so spricht man von einer n-Typ-Basis, anderernfalls von einer p-Typ-Basis.
Den Forschern ist es jetzt gelungen, einen Wirkungsgrad von 23,4 Prozent auf einer Fläche von zwei mal zwei Zentimetern zu erzielen. Nun werde "konsequent an der Weiterentwicklung der Prozesstechnologie für n-Typ Solarzellen gearbeitet, damit eine industriell umsetzbare Silicium-Solarzelle mit Wirkungsgraden über 20% rasch realisiert werden kann", heißt es in einer Mitteilung des Fraunhofer Instituts.
klimaretter.info/fw
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