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Korallenbleiche wird Normalzustand

Rekordtemperaturen durch die globale Erwärmung führen zu immer häufigeren Korallenbleichen. Meeresbiologen um Terry Hughes vom australischen Zentrum für Korallenriffstudien haben dies nun in einer Studie genauer untersucht. Der Abstand zwischen zwei Massenbleichen hat sich demnach von rund 27 Jahren in den 1980ern auf heute nur noch knapp sechs Jahre verkürzt. Das entspricht etwa einer Verfünffachung der Korallenbleichen innerhalb von 40 Jahren. Die Studie ist nun im Fachmagazin Science erschienen.

BildMassenbleiche: Große Teile des australischen Great-Barrier-Riffs bieten einen traurigen Anblick. (Foto: Richard Vevers/​The Ocean Agency/​XL Catlin Seaview Survey/​Flickr)

Die Forscher untersuchten 100 Riffe auf der ganzen Welt. Im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2016 blieben nur sechs von ihnen von einer Bleiche verschont. Während zu Beginn dieses Zeitraums in einem Jahr rund acht Prozent der Riffe eine Bleiche erlebten, waren es am Ende bereits 31 Prozent.

Eine Bleiche ist nicht gleichbedeutend mit einem Absterben der Riffe. Allerdings brauchen Korallen nach einem solchen Ereignis in der Regel zehn bis 15 Jahre, um sich wieder zu erholen. Dazu bleibt nun oftmals keine Zeit – da die nächste Bleiche nun im Schnitt schon sechs Jahre später auftritt.

"Korallenriffe, wie wir sie heute kennen, könnten noch in der Lebenszeit der Jüngeren von uns verschwunden sein", sagte einer der Studienautoren dem britischen Klimaportal Carbon Brief. Zumindest falls keine Anstrengungen unternommen werden, den Klimawandel unverzüglich zu begrenzen, indem der Ausstoß von Treibhausgas-Emissionen reduziert wird.

Korallen sind besonders vom Klimawandel betroffen. Das Ansteigen der Meerestemperatur setzt die Korallentiere unter Stress. Daraufhin stoßen sie die Kleinstalgen ab, mit denen sie in Symbiose leben, und verlieren ihre Farbe. Neben dem wärmeren Wasser tragen noch weitere Faktoren zum Stress der Korallen bei – etwa die schlechte Wasserqualität und die mit Überdüngung und Überfischung verbundene Ausbreitung des Dornenkronenseesterns.

Auch El Niño ist ein Faktor. Das alle paar Jahre auftretende Wetterphänomen sorgt dafür, dass die Oberfläche in einem Teil des tropischen Pazifiks monatelang mindestens ein halbes Grad Celsius wärmer als sonst. Im vergangenen Jahr gab es aber dennoch Massenbleichen – obwohl 2017 kein El-Niño-Jahr war.

klimaretter.info/vk

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