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Holz vor der Verbrennung mehrfach nutzen

Holz mehrfach hintereinander als Material zu verarbeiten, bevor der Rohstoff zur Energiegewinnung verbrannt wird, ist deutlich effizienter als jeweils auf Frischholz zurückzugreifen. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftlern der Technischen Universität München ergeben. Die Wissenschaftler fordern eine Strategie, um die sogenannte Kaskadennutzung auszuweiten.

BildRohstoff Holz – zu wertvoll, um ihn gleich zu verbrennen. (Foto: Sebastian Kopf/Pixabay)

Kaskadennutzung bedeutet, dass frisch gefälltes Holz zunächst zu Baumaterial oder langlebigen Möbeln verarbeitet wird, anschließend einmal oder mehrfach zu Spänen für eine Spanplatte – erst dann wird es zur Energiegewinnung verbrannt.

Für ihre Analyse verglichen die Wissenschaftler in zwei Szenarien den Weg einer Tonne Altholz im Vergleich zu einer Tonne Frischholz. Das Ergebnis: Bei der Kaskadennutzung wird das Holz um bis zu 46 Prozent effizienter genutzt. Die Ressourceneffizienz bei der Frischholzverwertung kann dagegen nur um bis zu 21 Prozent gesteigert werden. Besonders deutlich sind die Effiziengewinne am Anfang der Verarbeitungs- und Nutzungskette.

"Wir müssen den Rohstoff Holz mittelfristig effizienter, sprich mehrmals stofflich nutzen, bevor wir ihn verbrennen oder zu Pellets verarbeiten", sagte Klaus Richter, Professor für Holzwissenschaft an der TU München. Hierbei stünden die materialtechnischen Eigenschaften des Holzes einer Kaskadennutzung nicht im Wege. "Es muss aber die Verarbeitung und Nutzung von Holz planerisch und konzeptionell angepasst werden, damit die Mehrfachnutzung Realität wird", so Richter.

Bislang wird rund die Hälfte des in Deutschland geernteten Holzes – insgesamt 60 Millionen Tonnen Waldholz – mehr oder weniger sofort energetisch genutzt. Dagegen wird nur etwa ein Drittel des Altholzes noch weiterverarbeitet; ein Großteil wird verbrannt. Um die Kaskadennutzung von Holz auszubauen, müssen den Wissenschaftlern zufolge die Beziehungen zwischen Holzlieferanten, Produktherstellern und Nutzern besser organisiert werden. Zudem kritisieren die Forscher die vorrangige energetische Nutzung durch die Anreize, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie Investitionszuschüsse für Holzpellet- oder Hackschnitzelheizungen setzen.

klimaretter.info/em

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