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Meeresspiegel kann sprunghaft steigen

Der Anstieg des Meeresspiegels durch die zunehmende Erderwärmung verläuft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gleichmäßig, sondern in Schüben. Das legen Forschungsergebnisse von US-Wissenschaftlern nahe, die jetzt im Open-Access-Magazin Nature Communications veröffentlicht wurden.

BildMillionen Orte an den Küsten müssen sich auf den Meeresspiegelanstieg vorbereiten. (Foto: Kyle Niemi/​AP Photo/​Wikimedia Commons)

Die Forscher haben zehn alte Korallenriffe im Golf von Mexiko untersucht, die noch Spuren des Meeresspiegelanstiegs am Ende der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren tragen. Sie beobachteten sechs markante Niveaus, die sie jeweils in Zusammenhang mit einem schubartigen Anstieg des Meeresspiegels sehen. "Diese Riffe zeigen, dass der Meeresspiegel nicht gleichmäßig anstieg, als sich die Erde beim letzten Mal so wie heute erwärmte", sagte der Geologe und Studien-Mitautor André Droxler. "Im Gegenteil: Der Meeresspiegel stieg ziemlich schnell an, pausierte dann, um dann erneut schubartig anzusteigen, und so weiter."

Entscheidend sind die Erkenntnisse der Forscher für die Szenarien des künftigen Meeresspiegelanstiegs. Zum Beispiel konnte der aktuelle Bericht des Weltklimarates IPCC mangels anderer Erkenntnisse den erwarteten Meeresspiegelanstieg nur linear modellieren, das heißt, er unterstellt bislang, dass der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert Jahr um Jahr um die gleiche Höhe ansteigt. Diese Vorstellung muss nun revidiert werden.

Eine Gefahr sehen die Forscher vor allem für die vielen Millionen Menschen, die an den Küsten der Kontinente leben. Sie seien auf solche Ereignisse nur schlecht vorbereitet. "Der Meeresspiegelanstieg kann viel schneller vonstatten gehen, als wir das bislang beobachtet haben", sagte Jeff Nittrouer, Geologe und ebenfalls Koautor der Studie. "Die Siedlungen an den Küsten müssen sich auf Überflutungen einstellen."

klimaretter.info/em

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