Wie klimaschädlich ist Rindfleisch?

Dass der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten eine ganz erhebliche Klimalast mit sich bringt, ist bekannt. Doch wie groß genau ist der Einfluss der menschlichen Nutztierhaltung auf das Weltklima? Ein Team aus Forschern der Universität Oxford und internationalen Experten hatte sich die Mammutaufgabe gestellt, unzählige Studie zu analysieren, um diese Frage zu klären. Resultat ist eine 127 Seiten starke Überblicksstudie, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

BildEin gutes Viertel der Landfläche der Erde dient wie hier als Weideland für Rinder und andere Nutziere. Klimaschädlich ist das vor allem dann, wenn dafür Wälder abgeholzt werden. (Foto: Mark Gocke/​Wyoming Game and Fish Department/​Flickr)

Insgesamt verursacht die Viehwirtschaft 7,1 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent jährlich. Das sind 14,5 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen, für die der Mensch verantwortlich ist. Diese liegen laut dem jüngsten Sachstandbericht des Weltklimarats IPCC von 2013 bei 49 Milliarden Tonnen jährlich.

Die 7,1 Milliarden Tonnen, die auf das Konto der Viehwirtschaft gehen, sind eine Schätzung der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Darin enthalten sind Emissionen, die durch die Verdauung von Wiederkäuern entstehen (Methan), sowie durch Düngung und den Anbau von Futter, durch Landnutzungsänderungen und durch Verarbeitung und Transport (siehe Abbildung).

BildAus der Studie (Grafik vergrößern): Weltweite Treibhausgasemissionen der Viehwirtschaft nach Emissionsquellen. (Abbildung: FCRN)

Eindeutig am klimaschädlichsten sind Rinder. Sie tragen 65 Prozent der Emissionen bei. Zählt man die anderen Wiederkäuer wie Schafe und Ziegen noch dazu, erhöht sich der Anteil sogar auf 80 Prozent.

Das Forscherteam beschäftigte sich auch intensiv mit der zuletzt viel diskutierten Frage, ob eine Ausweitung der extensiven Weidehaltung nicht dazu führen könnte, die von Rindern verursachte Klimalast zu reduzieren. Dabei sorgen die Tiere dafür, dass das Gras, auf dem sie weiden, zum Wachstum stimuliert wird und somit tiefere Wurzeln ausbildet. Dann kann das Gras mehr Kohlenstoff aus der Luft aufnehmen und im Boden speichern. 

Die Studie beziffert diesen Effekt mit 300 bis 800 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent jährlich. Das sind vier bis elf Prozent der Emissionen durch die Viehwirtschaft – also bei Weitem nicht genug, um die Gesamtemissionen im notwendigen Umfang zu verringern. Wichtiger sei es, den Ausstoß von Klimagasen von vornherein zu senken, so die Wissenschaftler. Was die Viehwirtschaft betrifft, dürfte dies vermutlich nur machbar sein, wenn man die Gesamtzahl der Nutztiere reduziert.

klimaretter.info/vk

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