Wärmere Arktis verursacht kältere Winter

Während sich die Arktis mit hoher Geschwindigkeit erwärmt, waren einige der vergangenen Winter in den nordöstlichen USA, Europa und besonders Asien ungewöhnlich kalt. Ein Widerspruch ist das nicht, wie Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) jetzt herausgefunden haben

BildHöhere Temperaturen in der Arktis beeinflussen die Bedingungen auf der Nordhalbkugel. (Foto: NASA Goddard Space Flight Center/​Flickr)

Gewöhnlich bleibt die eiskalte arktische Winterluft in Polarwirbeln in der Stratosphäre über dem Nordpol gefangen. Allerdings beobachteten die Forscher eine Abschwächung der Höhenwinde, die die Arktis umkreisen. "Das erlaubt kalter Luft, aus dem Bereich der Arktis auszubrechen und Russland und Europa mit Kälte-Extremen zu bedrohen", sagte die PIK-Wissenschaftlerin Marlene Kretschmer. Das erkläre die meisten Kälteextreme in den eurasischen Wintern seit 1990. Insgesamt haben diese Schwächephasen der Polarwirbel über die vergangenen vier Jahrzehnte an Dauer zugenommen. Dabei sind die Auswirkungen in Asien und Europa stärker als in den USA.

Wetterextreme – auch Kältewellen – nehmen infolge des Klimawandels zu, denn die Erderwärmung beeinflusst die Zirkulationsmuster in der Atmosphäre, die sogenannten Jetstreams. Die Höhenwinde können nicht nur Kältewellen nach Europa und Asien bringen, sie sind auch für Hitzewellen oder Starkregen verantwortlich.

klimaretter.info/kir

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