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Eisverlust in der Arktis ist "massiv"

Im September, am Ende des Sommers, erreicht die Ausdehnung des arktischen Meereises ihr jährliches Minimum. In diesem Jahr liegt dieses Septemberminimum bei rund 4,7 Millionen Quadratkilometern. Das zeigen aktuelle Daten des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

BildDer Schnee auf dem arktischen Meereis schmilzt in jedem Sommer. Zurück bleiben Tümpel aus Schmelzwasser, die erst mit dem Gefrieren der Oberfläche im September wieder verschwinden. Die dunkle Farbe der Tümpel führt dazu, dass mehr Wärme aufgenommen wird – das Schmelzen beschleunigt sich. (Foto: Stefan Hendricks/​AWI)

Ein Rekordwert ist dies nicht, machen die Forscher deutlich. Dennoch sei der Eisverlust "massiv". "Wir befinden uns mit dem diesjährigen Wert weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau", erläuterte Marcel Nicolaus, Meereisphysiker vom AWI. Noch in den 1970er und 1980er Jahren lagen die sommerlichen Minimumwerte bei durchschnittlich rund sieben Millionen Quadratkilometern.

Der vergangene Winter war ungewöhnlich warm. Das Frühjahrsmaximum war so gering wie noch nie seit Beginn der satellitengestützten Messungen vor 38 Jahren. Allerdings war der folgende Sommer dann relativ kalt, das Meereis konnte sich etwas erholen.

Als "Entwarnung" sei dies dennoch nicht zu verstehen, sagte Lars Kaleschke vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit an der Universität Hamburg. "Die Größe der Meereisfläche unterliegt zwar natürlichen Schwankungen, der langfristige abnehmende Trend ist aber eindeutig."

Dass es in den kommenden Jahrzehnten im September noch einmal Eisbedeckungen von sechs bis sieben Millionen Quadratkilometern geben wird, wie das noch bis ins Jahr 2000 vorkam, erwarten die Wissenschaftler nicht.

klimaretter.info/vk

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