Klimawandel gräbt Jordan das Wasser ab

Der Jordan gerät durch den Klimawandel zunehmend unter Druck. Wie eine im Sciences Advances Journal veröffentlichte Studie von Hydrologen und Klimawissenschaftlern zeigt, verschärfen sich durch die voranschreitende Erderwärmung die verschiedenen Faktoren, die das Wasservolumen des Flusses reduzieren: Bis 2100 drohen die Niederschläge in der Region um ein Drittel zu sinken, die lokale Durchschnittstemperatur könnte um 4,5 Grad Celsius steigen. Der Zufluss aus den Flüssen, aus denen sich der Jordan speist, könnte um 75 Prozent zurückgehen.

BildEine der wichtigsten Lebensadern im Nahen Osten: der Jordan. (Foto: Beivushtang/​Wikimedia Commons)

Die Region um den Jordan zählt bereits heute zu den wasserärmsten der Welt. Durch eine wachsende Bevölkerung, die Ausbreitung industrieller Landwirtschaft und die wirtschaftliche Entwicklung haben die Wasserreserven in den vergangenen Jahrzehnten erheblich abgenommen. Zudem hat der Anlieger Jordanien sehr viele Menschen aufgenommen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Während der Bevölkerung 1946 rein rechnerisch noch 3.600 Kubikmeter Wasser pro Kopf und Jahr zur Verfügung standen, sind es heute nur noch 350 Kubikmeter. Das ist deutlich weniger als die 500 Kubikmeter, die nach Definition der Vereinten Nationen als Grenze für "absolute Wasserknappheit" gelten.

Der Jordan entspringt im Hermon-Gebirge im Grenzgebiet zwischen Israel, Syrien und dem Libanon. Der Fluss ist circa 250 Kilometer lang. Er durchfließt den See Genezareth und mündet ins Tote Meer. Der Fluss ist entscheidend für die Versorgung mit Trinkwasser in Israel, Syrien, Jordanien und in den Palästinensergebieten. Die Wasserknappheit verschärft die politischen Konflikte in der Region.

klimaretter.info/em

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