Arktisches Meereis so dünn wie nie

Nach einem relativ langsamen Rückgang der arktischen Meereisausdehnung im Mai hat sich das Schmelzen im Juni überdurchschnittlich beschleunigt, zeigen neue Daten des US-amerikanischen Datenzentrums für Schnee und Eis NSIDC. Demnach ergibt sich für den gesamten Monat ein Durchschnittswert von 11,06 Millionen Quadratkilometern. Das sind acht Prozent weniger als im Langzeit-Durchschnitt von 1979 bis 2010.

BildDie Meereisdicke in der Arktis geht zurück. (Grafik: Zack Labe/​UCI)

Dieser Wert ist kein Rekord. Seit Beginn der satellitengestützten Messungen vor 38 Jahren gab es fünf Jahre mit geringerer Juni-Ausdehnung. Allerdings war am 2. Juli in der Arktis schon nur noch so viel Fläche eisbedeckt wie im Rekordjahr 2012. Damals wurde beim September-Minimum mit einer Ausdehnung von nur noch 3,48 Millionen Quadratkilometern ein neuer Schmelzrekord erreicht.

Dies könnte, fürchten die Wissenschaftler, auch in diesem Jahr bevorstehen. Seit Monaten werden in der Arktis ungewöhnlich milde Temperaturen gemessen. Zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 war es über dem Nordpolarmeer um 2,5 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Teilweise wurden bis zu 20 Grad mehr gemessen als sonst im Winter üblich. Fachleute nannten die arktische Wärme "beispiellos".

Noch mehr Sorgen bereitet den Forschern die geringe Meereisdicke. Nach Daten des Piomas-Programms der University of Washington ist hier bereits ein Rekordtiefstwert erreicht. Dünneres Eis schmilzt schneller als dickeres. Der Rekordwert bei der Meereisdicke spricht dafür, dass auch die Ausdehnung dieses Jahr ein Rekordtief erreichen könnte.

klimaretter.info/vk

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