Forscher sehen Ende der Korallenbleiche

Noch nie gab es ein so massives Korallensterben wie in den vergangenen drei Jahren. Nun geben Forscher der US-amerikanischen Ozeanbehörde NOAA vorsichtig Entwarnung. Die Auswertung von Satellitenbildern und anderen Daten deute darauf hin, dass das Ereignis nicht mehr im globalen Ausmaß voranschreitet, so die Behörde. Um sicherzugehen, wollen die Wissenschaftler ihre intensiven Beobachtungen in den kommenden sechs Monaten noch fortsetzen.

BildGebleichte Korallen: Ein Großteil der Riffe weltweit ist erheblich geschädigt. (Foto: Acropora/​Wikimedia Commons)

Während der Bleiche in den vergangenen drei Jahren wurden nach Aussage der NOAA rund drei Viertel aller empfindlichen Riffe beschädigt oder zerstört. Grund dafür war das zu warme Wasser. Korallen reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen der Meerestemperatur. Wenn diese ansteigt, bleichen die Nesseltiere aus, weil sie die Algen abstoßen, mit denen sie in Symbiose leben. Ursache ist die Erwärmung der Meere durch den Klimawandel, die im Zeitraum der letzten Bleiche durch das Wetterphänomen El Niño verstärkt wurde. "Die Bleiche war die umfassendste, längste und schlimmste, die je verzeichnet wurde", sagte Mark Eakin, der bei der NOAA das Programm zur Korallenbeobachtung koordiniert.

Wenn die Wassertemperatur wieder sinkt, können sich Korallen von einer nicht stark ausgeprägten Bleiche wieder erholen. Bei gravierenden und lang anhaltenden Bleichereignissen ist das aber nicht möglich. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Ozeanerwärmung den größten Anteil an der Schädigung der Korallen hat; Wasserqualität und Fischfang haben dagegen nur einen minimalen Effekt. Allerdings sind letztere entscheidend für die langfristige Erholung der Riffe.

Auch 1998 und 2010 hatte es Korallenbleichen im globalen Maßstab gegeben. Die Forscher fürchten, dass die Ereignisse künftig noch enger aufeinander folgen könnten. Im März hatten Forscher darauf hingewiesen, dass ein langfristiger Schutz der Korallenriffe nur mit der konsequenten Einhaltung des Pariser Klimaabkommens gelingen kann.

klimaretter.info/em

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