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Geschädigte Korallen schädigen die Küste

Beschädigte Korallenriffe sind nicht nur für die Artenvielfalt ein herber Verlust. Auch für den umgebenden Meeresboden sind die Folgen dramatisch, wie eine Studie der US-Behörde Geological Survey (USGS) nun erstmals umfassend darlegt. Wenn Korallen degradieren, führt dies demnach auch zur Erosion des Meeresbodens. Dadurch nimmt die Wassertiefe in Küstennähe zu, was wiederum auch den Korallen schadet. Die Studie erschien am gestrigen Donnerstag im Fachmagazin Biogeosciences.

BildAbgestorbenes Korallenriff vor den US-amerikanischen Jungferninseln in der Karibik. (Foto: Curt Storlazzi/USGS)

Die Forscher untersuchten fünf Korallenriffe: zwei in den Florida Keys, einer Kette aus über 200 Koralleninseln mit einer Gesamtlänge von knapp 300 Kilometern, zwei in den US-amerikanischen Jungferninseln in der Karibik und eines vor der hawaiianischen Insel Maui. Das Ausmaß der Schäden, das sie vorfanden, hatten die Wissenschaftler nicht erwartet.

"Uns war vorher nicht klar, wie stark der Zerfall ist", sagte die Meeresforscherin Kimberly Yates, Leitautorin der Studie. Vor Maui beispielsweise sind 81 Millionen Kubikmeter an Sand und Gestein erodiert. Mit dem abgetragenen Material könnte man das Empire State Building 81 Mal füllen, haben die Wissenschaftler errechnet.

Für ihre Studie nutzten die Forscher Messungen, die die US-Behörde NOAA zwischen 1934 und 1982 vom Meeresboden im Gebiet der untersuchten Korallenriffe erhoben hatte, sowie Messungen aus den 1990er und 2000er Jahren von der eigenen Behörde USGS sowie vom Ingenieurskorps der US-Armee. Durch den Vergleich der Daten aus den alten und den neuen Messungen konnten sie den Umfang der Erosion kalkulieren.

Korallenriffe dienen als natürliche Barrieren, die die nahen Küsten vor Schäden durch Stürme, Wellen und Erosion schützen. Mehr als 200 Millionen Menschen leben in der Nähe von Küsten, für die Korallen den Sturmflutschutz gewährleisten. Falls dieser Schutz verschwindet, ist auch das Leben dieser Menschen in Gefahr. Zudem sind die Riffe aus wirtschaftlichen Gründen von Bedeutung – zum einen durch den Tourismus und zum anderen, weil ein Viertel aller in tropischen Gewässern gefangenen Fische auf den Lebensraum Korallenriff angewiesen ist.

Eine gute Nachricht gibt es auch noch: Laut Studie ist das Ausmaß der Erosion an einigen Stellen weniger dramatisch – nämlich dort, wo Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, und dort, wo keine Menschen leben.

BildDasselbe Riff, aber an einer anderen Stelle – nämlich vor einer unbewohnten Insel. (Foto: Curt Storlazzi/USGS)

klimaretter.info/vk

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