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Antarktis: Riesiger Eisabbruch steht bevor

In der Antarktis steht der Abbruch eines gigantischen Eisblocks bevor. Wie neue Radarbilder zeigen, ist ein Riss, der sich durch das Larsen-C-Schelfeis am Zipfel der Antarktischen Halbinsel frisst, im Dezember um weitere 18 Kilometer gewachsen. Damit hängt der Eisschelf, der doppelt so groß ist wie das Saarland, nur noch an einem 20 Kilometer langen Streifen an Land fest.

BildÜber Dutzende von Kilometern zieht sich der Riss durch den Larsen-C-Eisschelf am Zipfel der Antarktischen Halbinsel. (Foto: NASA)

"Wenn man sich die Entwicklung des Risswachstums über die letzten Jahre anschaut, erkennt man, dass er immer schneller wächst, je länger er wird", sagte Daniela Jansen vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven, die zusammen mit Forschern des sogenannten Midas-Projekts der walisischen Uni Swansea die Entwicklung auf Larsen C verfolgt. Die Geophysikerin und Glaziologin erklärt sich das mit der immer größeren Angriffsfläche für Wind und Gezeiten. "Wir können davon ausgehen, dass es bald zu einem Kalbungsereignis kommt und warten gespannt. Bricht der Eisberg ab, ist die Front des Larsen-C-Schelfeises so weit zurückgebrochen wie nie zuvor."

Entdeckt worden war der Riss im Januar 2015. Eigentlich sind im Eis Risse (die vom Untergrund bis zur Oberfläche reichen) und Spalten (die zumindest auf einer Seite geschlossen sind) nichts Ungewöhnliches. Auch auf dem Larsen-C-Eisschelf finden sich viele von ihnen. Allerdings hören sie in der Regel irgendwann auf zu wachsen – anders als der nun im Fokus stehende Riesenriss. Glaziologen halten es für denkbar, dass nach dem Teilabbruch auch das gesamte Larsen-C-Schelfeis an Stabilität verlieren könnte.

klimaretter.info/bra

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