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Wachstum kein Mittel gegen Klimaschäden

Politiker sind schlecht beraten, auf wirtschaftliches Wachstum als wirksamen Schutz gegen die Folgen des Klimawandels zu setzen. Am Beispiel der USA haben Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der New Yorker Columbia-Universität untersucht, wie sich die Zunahme von Hurrikan-Schäden zu einer wachsenden Volkswirtschaft verhält. Laut ihrer am Dienstag veröffentlichten Studie fallen die Schäden durch tropische Stürme in Zukunft wahrscheinlich so groß aus, dass selbst eine boomende Konjunktur die anfallenden Kosten nur schwer ausgleichen kann.

BildHurrikan "Katrina" 2005: New Orleans hat sich von den Folgen der Katastrophe bis heute nicht vollständig erholt. (Foto: NyxoLyno Cangemi/US Coast Guard/Wikimedia Commons)

Die Forscher gehen bei einem unverminderten Klimawandel bis zum Ende des Jahrhunderts davon aus, dass die jährlichen Schäden insgesamt um das Achtfache ansteigen können. "Unsere Analyse für die USA zeigt, dass hohes Einkommen nicht vor Hurrikanschäden schützt – die Schäden steigen schneller an als das Einkommen", sagte Leitautor Tobias Geiger vom PIK. "Aufgrund der voraussichtlichen Zunahme der Anzahl und Intensität von tropischen Wirbelstürme könnten sich bis zum Ende des Jahrhunderts die durchschnittlichen Hurrikanschäden in Bezug auf das Bruttosozialprodukt der USA verdreifachen."

Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Zahl der betroffenen Menschen, dem Pro-Kopf-Einkommen in den betroffenen Regionen und den verursachten Schäden. "Es sieht so aus, als könnten wir einen wirtschaftlichen Wettlauf mit einem ungebremsten Klimawandel nicht gewinnen", sagte Anders Levermann, PIK-Forscher und Wissenschaftler an der Columbia University.

In diesen Tagen nähert sich in den USA der elfte Jahrestag des Hurrikans "Katrina", eines der heftigsten Wirbelstürme des Landes. "Katrina" verwüstete 2005 große Teile von New Orleans, rund 1.500 Menschen starben. Nur eine frühzeitige Anpassung und ein Schutz vor den Folgen des Klimawandels könne Schlimmeres verhindern, schreiben die Studienautoren. Am besten sei es aber, durch anspruchsvollen Klimaschutz die weitere Erwärmung der Erde zu verhindern. 

klimaretter.info/sg

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