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Kühe: Mehr Methan durch Antibiotika

Werden Rinder mit Antibiotika behandelt, verdoppelt sich die Methanmenge, die über den Dung der Tiere freigesetzt wird. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der Universität von Colorado in einer Studie, die gerade im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B erschienen ist. Die methanbildenden Mikroben im Darm der Tiere profitieren offenbar davon, dass die Bakterien dort durch die Antibiotika gehemmt werden, schreiben die Wissenschaftler.

BildAuch das noch. Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung ist offenbar noch schädlicher als ohnehin schon. (Foto: Nick Reimer)

Ein Rind produziert täglich mehrere hundert Liter Methangas. Das aggressive Klimagas Methan ist laut Weltklimarat IPCC für ein Viertel der menschengemachten Erderwärmung verantwortlich. Es wird nicht nur bei der Verdauung von Wiederkäuern frei. Auch wenn Permafrostböden auftauen, Moore trockengelegt oder Öl und Gas gefördert werden, entweicht Methan in großen Mengen. Allerdings wird der weit überwiegende Teil des von Rindern freigesetzten Methans beim Rülpsen abgegeben. Die Wirkung von Antibiotika auf diesen Prozess untersuchten die Forscher nicht.

Die Klimawirkungen der Rinderhaltung sind seit Längerem Gegenstand eines Wissenschaftsstreits. Dabei geht es auch um die Treibhausgase, die nicht direkt von den Rindern ausgestoßen werden – etwa das Lachgas, das beim Anbau der Futterpflanzen aus den überdüngten Böden entweicht. Lachgas ist ein noch viel klimaschädlicheres Treibhausgas als Methan. Bei der extensiven Weidehaltung stoßen die Rinder zwar mehr Methan aus als bei der Intensivhaltung mit Kraftfutter, das wird aber von dem im Grasland gespeicherten CO2 und dem eingesparten Lachgas mehr als ausgeglichen. Ende 2013 kam eine internationale Forschergruppe nach Auswertung umfangreicher Quellen zu dem Schluss, dass Klimaschutz in der Nutztierhaltung vor allem bedeutet, die Zahl der Rinder und anderen Wiederkäuer zu reduzieren.

klimaretter.info/vk

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