Samstag, 16. April 2016, 08:11 Uhr

Klimawandel: "97-Prozent-Studie" bestätigt

Was in der Wissenschafts-Gemeinde seit Jahren Konsens ist, aber in der Öffentlichkeit von Zeit zu Zeit angezweifelt wird, hat eine neue Metastudie untermauert: Der Klimawandel wird nach übereinstimmender Ansicht der Wissenschaft vor allem durch menschliche Tätigkeit verursacht. Unter der Überschrift "Konsens über den Konsens" fassen sieben Autoren in den Environmental Research Letters ihre früheren Untersuchungen zusammen. Die einzelnen Arbeiten hatten Konsensraten zwischen 90 und 100 Prozent in der Wissenschaftlergemeinde über die zivilisatorischen Ursachen des Klimawandels ergeben.

BildDie Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes von der Harvard-Universität gehört zu den sieben Autoren und Autorinnen der neuen Studie. (Foto: Screenshot/WEF/Youtube)

Die neue Untersuchung bestätigt eine von Klima"skeptikern" häufig angezweifelte Studie des Klimakommunikationsforschers John Cook von der Universität of Queensland im australischen Brisbane. Cook und mehrere Mitautoren hatten nach umfangreichen Recherchen 2013 festgestellt, dass 97 Prozent der von Klimaexperten verfassten wissenschaftlichen Studien darin übereinstimmen, dass die globale Erwärmung hauptsächlich menschengemacht ist.

Die aktuelle Metastudie setzt zunächst einen Schlusspunkt in einem Streit, der auch in den Environmental Research Letters selbst ausgetragen worden war. Der niederländische Umweltökonom Richard Tol hatte dabei Cooks 97-Prozent-Studie kritisiert und darüber hinaus auch in scharfer Form in seinem Blog angegriffen. Dabei führte Tol andere Untersuchungen mit geringeren Konsensraten ins Feld, deren Autoren jedoch dagegen protestierten, von Tol in solcher Weise zitiert zu werden.

Wenig überraschend und auch nicht neu ist ein weiteres Ergebnis der Metastudie: Der Konsens nimmt zu, je mehr Fachkompentenz die Autoren in der Klimaforschung haben und je aktiver sie dort sind. Gemessen wird das an der Zahl der begutachteten Veröffentlichungen in anerkannten Fachjournalen. Nimmt man diese "obere" Klasse von Forschern für sich, liegt die Übereinstimmung, dass der Klimawandel vorrangig anthropogene Ursachen hat, sogar bei fast hundert Prozent.

klimaretter.info/jst/mb

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