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Dreimal mehr Dürren am Amazonas

Dürreperioden im Amazonasbecken werden sich bis 2100 verdreifachen, wenn der weltweite CO2-Ausstoß nicht reduziert wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in dieser Woche im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde. Die betroffenen Gebiete werden größer und die Abstände zwischen starken Dürren geringer, sagte der Leitautor der Studie Philip Duffy vom Woods Hole Research Center in den USA. Die Forscher wollten wissen, wie sich mehr CO2 in der Atmosphäre auf extreme Wetterverhältnisse auswirkt. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass nicht nur Dürren häufiger werden, sondern auch Überflutungen des Gebiets.

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Wenn sich Dürreperioden häufen, sterben im Amazonasbecken mehr Bäume ab. Der Amazonas-Regenwald wird dann von der Klimasenke zum CO2-Emittenten. (Foto: Neil Palmer/CIAT/CIFOR/Flickr)

Nach Ansicht der Autoren sind die Dürren das größere Problem, zumindet für das Klima, denn Waldsterben ist in Dürreperioden unausweichlich. Das wiederum führe dazu, dass der Wald CO2 emittiert, sagte Duffy der Umweltnachrichtenseite Mongabay. In der Regel absobiert das Amazonasgebiet pro Jahr etwa 1,5 Milliarden Tonnen CO2. Nach der Dürre 2005 wurde allerdings zwei Jahre lang kein CO2 mehr aufgenommen. Im Gegenteil – das Waldsterben führte zu CO2-Emissionen. Die seien etwa so hoch gewesen wie die gesamten Emissionen der USA – also etwa sechs Milliarden Tonnen –, so Duffy.

Insgesamt haben die Autoren 35 verschiedene Modelle analysiert. Die Ergebnisse beziehen sich auf ein Emissionsszenario, das einen weltweiten Temperaturanstieg von 2,6 bis 4,8 Grad Celsius zur Folge hätte. Zurzeit befindet sich die Welt auf einem Drei-Grad-Pfad, hatte am Montag EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete beim EU-Klimagipfel zur Bewertung der bislang abgegebenen 149 nationalen Klimaziele – der sogenannten INDCs – erklärt.

klimaretter.info/as

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