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"Klimawandel ist schneller als die Politik"

Der Klimawandel schlägt weit härter zu als bisher prognostiziert, wie ein aktueller WWF-Report zeigt. Erst im vergangenen Jahr hatte der UN-Weltklimarat (IPCC) seinen Aufsehen erregenden Bericht vorgelegt, der allerdings nur den Stand des Wissens von 2006 wiedergab. Die Zusammenstellung der Naturschutzorganisation berücksichtigt mit den seitdem veröffentlichten Forschungsergebnissen neueste Erkenntnisse der Wissenschaft.

Die Experten halten es für möglich, dass das arktische sommerliche Packeis bis 2040 völlig abschmilzt - dies sei seit mehr als einer Million Jahren nicht mehr geschehen. Der Meeresspiegel könnte anstatt der bisher geschätzten 60 sogar um mehr als 120 Zentimeter steigen – mit verheerenden Folgen für die Küstenregionen.

Die Kohlendioxid-Emissionen seien zwischen 2000 umd 2004 fast dreimal so schnell gestiegen wie noch von 1990 bis 1999. In ganz Europa werden gravierende klimatische Veränderungen befürchtet. Besonders die Britischen Inseln müssen mit Extremstürmen rechnen. Für die südeuropäischen Regionen werden zunehmend Dürren prognostiziert. In anderen Ländern Europas steige die Gefahr von Fluten. Auch Deutschland werde vom Klimawandel nicht verschont: Es wird eine Zunahme der sturmbedingten Schäden um bis zu 37 Prozent erwartet.

In den heißeren Sommern nehme außerdem die Ozonkonzentration zu. Die Folgen dieser Entwicklung seien schrumpfende Erträge in der Landwirtschaft und in der Fischerei. Schon bei einem Temperaturanstieg von 1,5 bis 2,5 Grad Celsius sei das Überleben von bis zu 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten gefährdet.

"Der Klimawandel ist schneller als die Politik. Höchste Zeit, das Tempo beim Klimaschutz zu erhöhen", so WWF-Klimareferent Brick Medak anlässlich des heutigen Treffens der EU-Umweltminister in Luxemburg. Die Naturschutzorganisation fordert aufgrund der alarmierenden Prognosen bis 2020 eine Senkung der Kohlendioxid-Emissionen in der gesamten Europäischen Union um mindestens 30 Prozent gegenüber den Werten von 1990. Bis 2050 solle die EU ihren Kohlendioxid-Ausstoß um mindestens 80 Prozent reduzieren und zusätzliche Investitionen für klimaschützende Maßnahmen in Entwicklungsländern bereitstellen.

HIER finden Sie den WWF-Bericht "Der Klimawandel: schneller, stärker und noch eher" als pdf

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