Rasanter Bodenverlust durch Erosion

Ein Viertel der globalen Landoberfläche ist bereits durch menschliche Tätigkeit zerstört worden. Wie aus Untersuchungen des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam hervorgeht, gehen jährlich 24 Milliarden Tonnen Boden durch Erosion verloren. Daneben wird viel Boden durch den Bau von Häusern und Straßen vernichtet: In Deutschland sind es 74 Hektar pro Tag, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Für mehr als 90 Prozent der weltweit produzierten Nahrung sind Böden die Grundlage, aktuell hungert jeder achte Mensch.

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Viele Böden in Deutschland sind versiegelt oder degradiert, und jeden Tag werden es mehr. Das ist auch schlecht für den Klimaschutz. (Foto: Harald Bischoff/Wikimedia Commons)

Unversiegelte Böden sind ein Schlüssel zum Klimaschutz: In ihnen ist etwa ein Drittel des gesamten Kohlenstoff-Inventars der Erde gespeichert, das beim Freiwerden zum Treibhausgas CO2 wird. Damit sind die Böden der drittgrößte Kohlendioxidspeicher nach den Ozeanen und den fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas.

Unversiegelte Böden schützen das Klima genauso wirksam wie nicht verbranntes Erdöl. Auch für den Kohlenstoff-Kreislauf sind die Böden von großer Bedeutung. Sie speichern mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie die oberirdische Pflanzendecke, stehen allerdings nicht in so unmittelbarer Wechselwirkung mit der Atmosphäre wie diese.

Europa sei von der Erosions-Problematik nicht ausgenommen, betonte IASS-Direktor Klaus Töpfer. Vom 27. bis 31. Oktober soll eine internationale Konferenz in Berlin Lösungswege suchen. Töpfer will erreichen, dass die Politik eine feste globale Richtgröße für den Bodenschutz beschließt – ähnlich wie beim Zwei-Grad-Ziel gegen die Erderwärmung.

klimaretter.info/reni

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