Schwerpunkte

G20 | Trump | Wahl

"Alarmzeichen des Klimawandels"

Das Jahr 2012 war das neuntwärmste seit 1850. Die globale Durchschnittstemperatur lag im vergangenen Jahr um 0,45 Grad über dem langfristigen Durchschnitt von 1961 bis 1990. Ein "eindeutiges und alarmierendes Zeichen des Klimawandels" sei aber vor allem der Rückgang des arktischen Meereises im letzten Sommer, heißt es in einem vergangene Woche vorgelegten Bericht der World Meteorological Organisation (WMO). Der Report behandelt die wichtigsten Klima- und Wetterereignisse des Jahres 2012 und stellt unter anderem fest, dass es das 27. Jahr in Folge mit überdurchschnittlich hoher globaler Temperatur war. 

Foto
Die wärmsten Jahre seit 1850 zeigt diese Grafik aus dem aktuellen WMO-Bericht. Der Trend zur globalen Erwärmung wird sichtbar. (Grafik: WMO) 

Die Meteorologen betonen, dass wegen der natürlichen Klimaschwankungen von Jahr zu Jahr nicht unbedingt zu erwarten sei, dass der globale Temperatur-Mittelwert von Jahr zu Jahr steigt. Wesentlich sei, dass die Welt heute deutlich wärmer sei als noch vor einigen Jahrzehnten. "Obwohl die Erwärmungsrate wegen der natürlichen Schwankungen durch den El-Niño-Zyklus, Vulkanausbrüche und andere Phänomene von Jahr zu Jahr variiert, ist die anhaltende Erwärmung der unteren Atmosphäre ein beunruhigendes Zeichen", sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud.

Der Bericht zeigt auch, dass das arktische Meereis schnell abnimmt, was die Wissenschaftler vor allem auf die steigenden globalen Temperaturen zurückführen. "Auch der Rekord-Rückgang des arktischen Meereises im August und September – 18 Prozent unter dem bisherigen Rekord-Tief von 2007 mit 4,17 Millionen Quadratkilometern – ist ein beunruhigendes Zeichen des Klimawandels", so Jarraud. 

Der WMO-Report beschäftigt sich zudem mit den verschiedenen Extrem-Ereignissen auf der Welt. Während im Berichtsjahr vor allem Südosteuropa und die USA extreme Trockenheit erlebten, wurden Westafrika und Pakistan durch besonders schwere Überschwemmungen heimgesucht. Europa, Nordafrika und Asien wiederum waren durch extreme Kälte und Schnee betroffen.

"Natürliche Klimaschwankungen haben schon immer zu solchen Extremen geführt, aber die physikalischen Eigenschaften der extremen Wetter- und Klimaereignisse werden zunehmend durch den Klimawandel geprägt", sagte Jarraud. "Der Klimawandel verschärft die natürliche Klimavariabilität und ist zu einer Quelle der Unsicherheit für klimasensible Wirtschaftsbereiche wie die Landwirtschaft und die Energieversorgung geworden."

klimaretter.info/mb

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen