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"Auf dem Weg zu einem anderen Planeten"

Die globalen Temperaturen steigen derzeit schneller als jemals zuvor seit dem Ende der letzten Eiszeit. Das ist das Ergebnis einer Studie, bei der ein Team von Wissenschaftlern um den Geologen Shaun Marcott von der Oregon State University in Corvallis die Temperaturen der vergangenen 11.300 Jahre rekonstruiert hat. "Wir wussten bereits, dass die Erde heute wärmer ist als während der vergangenen 2.000 Jahre", sagt Marcott. "Jetzt wissen wir, dass sie heute wärmer ist als während – fast – der gesamten letzten 11.300 Jahre". Steigt die Erwärmung im bisherigen Tempo, dann, so Jeremy Shakun von der Havard University, einer der Co-Autoren der Studie, "sind wir auf dem Weg zu einem Planeten, der ganz anders ist als das, was wir bis jetzt gewohnt sind".


Marcotts Rekonstruktion der Entwicklung der Erdtemperaturen im Holozän sieht in der grafischen Darstellung am Ende ähnlich aus wie die Hockeyschläger-Kurve, die der US-Forscher Michael Mann 1998 erstmals veröffentlichte und die seither mehrfach bestätigt wurde. (Foto: Screenshot/kra)

Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler Daten von 73 verschiedenen Orten der Erde. Da Temperaturmessungen erst seit 1860 durchgeführt werden, sind dies beispielsweise aus Baumringen gewonnene Daten. Insgesamt gelang eine Rekonstruktion der Erdtemperaturen von Beginn des Holozäns an, sodass nun eine Kurve für die letzten 11.300 Jahre vorliegt. 

Vor etwa 11.300 Jahren endete die letzte Eiszeit und damit das sogenannte Pleistozän. Die Temperaturen stiegen an, jedoch langsam, um etwa 0,6 Grad Celsius, bis zu einem Maximum vor 9.500 Jahren. Über rund 5.500 Jahre blieben die Temperaturen ungefähr gleich, um dann wieder langsam zu fallen – um rund 0,7 Grad bis 1850, sodass die bisherige Erwärmung zurückgenommen wurde. Zum Ende des 19. Jahrhunderts schossen die Temperaturen nach oben – durch die von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen.

Geologe Marcott formuliert es vorsichtig: "Das Klima der Erde ist komplex und unterliegt verschiedenen Einflüssen – unter anderem Kohlendioxid und Sonneneinstrahlung. Beide veränderten sich in den letzten 11.000 Jahren sehr langsam. Seit rund 100 Jahren steigt der CO2-Ausstoß durch den Menschen stark an – das ist die einzige Variable, die den rapiden Anstieg der globalen Temperaturen erklären kann."

klimaretter.info/vk

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