Energiewende geht viel günstiger
Oft haben wir es schon gehört, zu hohe Kosten als Argument gegen die Energiewende. Doch bei dem Vorhaben ließe sich viel einsparen, erklärt der Thinktank Agora Energiewende. Bis 2023 könnten die Kosten um jährlich rund zwei Milliarden Euro reduziert werden, wenn von dem Bau von Windkraftanlagen auf dem Meer abgesehen und dieser dafür an Land verstärkt würde, sagte Rainer Baake, Chef der Denkfabrik, die von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragen wird. Denn der Bau von Windrädern an Land sei wesentlich kostengünstiger.

Windräder lieber auf dem Land statt auf dem Wasser, empfiehlt der Thinktank Agora Energiewende. Dies sei preisgünstiger und vermeide auch einige andere Probleme. (Foto: Hanno Böck)
Eine solche Verlagerung, so Baake, habe auch keine Auswirkungen auf die produzierte Strommenge. Dies sei bei einem Zubau von Windkraftanlagen sowohl an windreichen Standorten im Norden als auch in der Nähe der Verbrauchsschwerpunkte der Fall. Agora Energiewende beruft sich dabei auf Ergebnisse der Studie "Kostenoptimaler Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland", die die Denkfabrik in Auftrag gegeben hat. Erarbeitet wurde die Studie von dem Aachener Beratungsunternehmen Consentec mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES. Grundlage war eine Simulation deutscher und europäischer Stromnetze, des Wetters sowie der damit verbundenen Stromproduktion erneuerbarer und konventioneller Kraftwerke.
Über die finanziellen Ausmaße der Energiewende ist sich die Politik bislang nicht einig. Zuletzt kritisierte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), die Energiewende würde innerhalb der kommenden 30 Jahre rund eine Billion Euro kosten, die "ungebremste" Investition in Ökostrom sei deswegen zu teuer. Bereits wenig später kam die Replik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: Fraktionschef Jürgen Trittin konterte, nach Berechnungen seiner Partei seien es lediglich 600 Milliarden Euro.
klimaretter.info/scz
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